Hej Hej,

da bin ich wieder, frisch aus dem Urlaub aus Schweden wieder da. Schön wars, ruhig und entspannt, leider war mir das Wetter zu nass. Mit Kälte und Wind hab ich keine Probleme, ganz im Gegenteil, ich liebe es, wenn mir die steife Brise (z.B. in Hamburg) um die Nase pfeift – dieses skandinavisch Helle…Klare…das liebe ich schon sehr.

Jedenfalls hatten wir in unserem wunderbar im Wald gelegenen Ferienhaus daher viel Gelegenheit, in die Bäume zu gucken…oder auf den See…oder in ein Buch. Wer mich kennt, weiss ja, dass ich recht viel und auch schnell lese (O-Ton: Was soll ich denn bloss lesen, ich habe NIX mehr zu Lesen…), deshalb muss ich in den Urlaub immer ganz viel Lektüre mitnehmen, in Zeiten des e-book-Readers ist das auch nicht mehr mit soviel Geschleppe wie früher verbunden.

Dieses Mal hatte ich (u.a.) noch einen halb gelesenen Hakan Nesser dabei, den neuen Alpen-Krimi von Jörg Maurer (die einzigen Krimis neben denen von Simone Buchholz, die ich gut finde) und eben den Wolkenatlas von David Mitchell. Das Buch lag schon länger ungelesen hier rum, ich hatte es mir damals gekauft, als der Film vor ein paar Jahren in die Kinos kam, ich habe angefangen und es hat mir überhaupt nix gesagt. Nun kam neulich, als ich schon Urlaub hatte, der Film im Fernsehen. Irre spät (ging, glaube ich, bis 1.30 Uhr nachts), aber ich konnte ja ausschlafen. Trotzdem war ich skeptisch, weil ich die meisten Filme dermassen langweilig finde, dass ich früher oder später einschlafe. Jedenfalls habe ich die erste halbe Stunde des Films damit verbracht, überhaupt nix zu kapieren, da es sich bei der Story um 6 verschiedene Handlungsstränge handelt, die im Film mehr oder minder parallel erzählt werden. Dann allerdings hat der Film mich total gepackt und ich fand ihn groß-artig!!! Die unglaublichen 3 Stunden gingen total schnell rum und ich war keine Minute kurz davor, einzuschlafen. Und mit dem Film als „Basis“ liest sich das Buch genauso großartig. Ich erlebe es leider nur noch ganz selten, dass mich ein Buch total fesselt und ich gar nicht mehr aufhören kann will zu lesen. Und das ich dann auch die Zeit habe, das zu tun!!!

Die fünf Handlungsstränge im Buch sind auch etwas übersichtlicher gestaltet als im Film. Wer sich für die Handlung interessiert, liest am besten bei Tante Wikipedia nach, es ist wirklich ziemlich verschachtelt. Das Tolle an dem Buch ist, dass alle sechs Geschichten jede für sich ein unterschiedliches Genre darstellt (Tagebuch, Briefe, Manuskript, Autobiografie, Interview, Erzählung) und auch in total unterschiedlichen Stilen und – ja, Sprachen geschrieben ist. Man liest quasi 6 Bücher auf einmal und das Tollste ist, dass sich die Geschichten alle irgendwie berühren und sich Gemeinsamkeiten auftun und so am Schluss tatsächlich alles einen Sinn ergibt.

Ein Buch, das bestimmt anfangs etwas sperrig ist – ich hab es jetzt zu 2/3 durch und mir graut schon vor dem Tag, wenn ich es durch habe.

Apropos: ich gehe jetzt und lese weiter.

Viele Grüße von fraumasulzke