Einer meiner absoluten Lieblings-schmöker-Bücher ist „Raufgefallen“ von Shel Silverstein in einer großartigen Übersetzung von Harry Rowohlt.

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Was in diesem Buch an vorder- und hintergründigem Humor, Wortwitz und Schüttelreimen steckt, bedarf sicher eines meisterhaften Übersetzers. Nun mag man von Harry Rowohlt ja halten, was man will – aber das kann er. Ich habe ihn mal live erlebt, als er noch auf Lesungen qualmte wie ein Schlot und soff wie ein Eimer – ich hatte Tränen in den Augen, zum einen vom Rauch, zum anderen vor Lachen…

Nun aber zurück zu Schel Silverstein. Wikipedia schreibt über ihn, dass er ein US-amerikanischer Songwriter, Musiker, Filmkomponist, Drehbuchautor, Dichter, Karikaturist und Verfasser von Kinderbüchern war, auch bekannt unter dem Namen Onkel Shelby. Leider ist er 1999 gestorben.

Angefangen hat er seine Karriere beim Playboy (angeblich spricht da ja für Qualität ;o)) und was ihn noch symphathischer macht ist – finde ich – daß er überzeugt war, geschriebene Worte müssten auf geeignetem zum Werk passenden Papier gelesen werden. Er ließ seine Gedichte und Erzählungen nur dann veröffentlichen, wenn er die Art, Größe, Form und Farbe des Papieres selbst festlegen konnte. Gelegentlich verfasste er umgangssprachliche Lyrik, wie beispielsweise eine Rapversion von Shakespeares Hamlet, die 1998 im Playboy auf gelb-beigem Spezialpapier veröffentlicht wurde. Im Jahre 2005 erschien Silversteins Buch Runny Babbit, bei dem jedes Gedicht und jede Illustration aus einem Schüttelreim besteht.

Silverstein behauptete, niemals Gedichte anderer gelesen und deshalb seinen eigenen Stil entwickelt zu haben. Sein Stil war locker und gesprächsartig, manchmal bis hin zur Profanität und der Verwendung aktuellen Slangs.

Wer mit dem Witz von Ringelnatz etwas anfangen kann, wird Shel Silverstein lieben:

002Eins meiner Lieblingsgedichte. Eigentlich sind alle toll, aber das Gedicht über Pinocchio z.B. ist auch großartig…

Bis die Tage, beste Grüße

fraumasulzke