Wie ist Hallig Hooge denn so? Leer!

Da sich die Nordsee dieses Jahr mal von der rauheren Seite zeigte und man ja nicht ununterbrochen Austern und Champagner schlürfen kann (kleiner Scherz…), haben wir neulich von Sylt aus einen Ausflug nach Hallig Hooge gemacht.

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Unglaublich, aber wahr – ich war noch nie in meinem Leben auf einer Hallig. Natürlich habe ich mit meiner Schulklasse damals – wie wohl alle Hamburger Schulklassen – eine Klassenreise nach Puan Klent gemacht, aber wir sind von da aus nur bis Amrum gekommen. Hallig Hooge ist sozusagen noch eine Station weiter.

Nach den 2 Tagen Sturm war die Nordsee schon ziemlich wellig, aber wenigstens fuhren die Schiffe wieder und nach 1,5 Stunden ist man dann da. Wenn man vom Schiff aus guckt, sieht es so aus, als wenn die einzelnen Warften jede für sich eine kleine Insel ist – was ja im Prinzip auch so ist.

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Der Unterschied zwischen einer Hallig und einer Insel ist ja quasi, daß die Insel einen Deich außen rum hat und auf der Hallig die Häuser auf Hügeln (=Warften) stehen. Ich hatte mir das ganze irgendwie viel kleiner und dichter beieinander vorgestellt. Die Hallig an sich ist eigentlich eine riesige Wiese. Die Warften liegen sehr weit auseinander – ok, Hooge ist auch die zweitgrößte der Halligen und wenn man mal zwischendurch ganz dringend wohin muss, hat man ein Problem, weil die Sicht gefühlt 10 km beträgt.

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Die Menge der Tagestouristen (hielt sich Ende Oktober sowieso in Grenzen) verlief sich relativ schnell und man sah nur noch weitem die Outdoorjacken leuchten. Ohne Worte fand ich allerdings eine Horde Senioren aus Oberbayern, die in die entzückende Friesenstube einfielen, in der wir friedlich unser Labskaus löffelten, und zwar mit den Worten „Grüß Gott“ . Nächstes Jahr, wenn ich in den Urlaub nach Bayern muss, werde ich mich rächen und überall mit „Moin“ grüssen!

Ansonsten kann man auf den Halligen sehr gut Schafen beim Kauen und Kühen beim Spazierengehen zusehen,

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diverse Seevögel beobachten (Wildgänse, die beim Start gen Süden 2 m laut krächzend über einen hinwegfliegen), Labskaus essen und Pharisäer trinken und über die Marschwiesen spazieren. Nach 2,5 Stunden holt einen das Schiff wieder ab und für meinen Geschmack hat das auch gereicht. Ich laufe eben lieber am Strand entlang. Fazit: Interessant, es mal gesehen zu haben, aber nix zum Urlaubmachen.

P.S. Die Rückfahrt war ziemlich lustig, es gab hohe Wellen und die Hälfte der Oberbayern hielt sich gelbgrün eine Tüte vors Gesicht…Strafe muss wohl sein ;o)

Früh übt sich, was ein richtiger Seebär werden will...

Früh übt sich, was ein richtiger Seebär werden will…

2 Kommentare

  1. Interessant. Du beschreibst Hooge so, wie ich es als Schülerin erlebt habe (voll langweilig, voll schlechtes Wetter). Ich hätte ja vermutet, dass man eine Hallig als Erwachsene anders empfindet. Vom Meditativen, auf sich selbst Zurückgeworfenem spricht … oder ganz achtsam wird. Irgendwas Modernes eben. Ich will schon seit Längerem mal wieder auf eine Hallig. Aber vielleicht warte ich noch ein bisschen. 🙂

    • Es gibt bestimmt Erwachsene, die das so empfinden…und was Modernes…pfff…seid wann stehen wir auf Modernes?! ;o) Fahr mal ruhig hin, es lohnt schon einen Besuch – und sei es, um Labskaus zu essen!

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