Auf der Rückreise von unserem Nordseeurlaub haben wir noch in Hamburg einen Stop eingelegt und sind von meiner Freundin Stefanie von in-der-nähe-bleiben eingeladen worden, eine Führung durch das Millerntorstadion zu machen. Unser sehr netter Guide Eva hat uns auf eine sehr kompetente und interessante Weise durch das ganze Stadion geführt – und typisch für den Fußballverein St. Pauli und hier speziell die Fans – sie macht das Ganze ehrenamtlich und mit ganz viel Herzblut. Sie hat jetzt nicht ausdrücklich erzählt, wielange sie schon St.-Pauli-Fan ist, aber man hatte so den Eindruck, schon ein ganzes Leben lang.

von Kopf bis Fuß auf St. Pauli eingestellt: Evas Ohrring

von Kopf bis Fuß auf St. Pauli eingestellt: Evas Ohrring

Wir durften die schönsten Logen besichtigen, in die Sprecherkabine, im Raum der Pressekonferenz mal ehrfürchtig ins Mikro pusten, sind natürlich unten am Rasen gewesen und in den Umkleidekabinen.

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Die Loge der Werbeagentur Jung v. Matt – in Form einer Kapelle eingerichtet

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Blickwinkel der Spieler, wenn sie einlaufen (Schild wird vorher entfernt ;o))

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Zwischendurch hat Eva immer wieder Döntjes (hamburgerisch für witzige kleine Geschichten) aus der Vereinsgeschichte zum Besten gegeben , z.B. das der Weg für die Mannschaften zu ihren Umkleidekabinen früher durch das Clubheim der Fans führte und die Gastmannschaften natürlich entsprechend von den Fans, die ggf. schon das eine oder andere Astra konsumiert hatten, begrüßt wurden (an dieser Stelle machte Sie die Geste von Bier in den Nacken kippen). Oder das das Klo (für die Mannschaften! )sich ebenfalls in diesem Clubheim befand.

Oder dass aus Platzmangel die Häuschen für die Fernsehkameras früher auf dem Dach der Heimtribüne standen und dass bei jedem Tor der St.-Paulianer nach der Melodie „Song 2“ von Blur die Fans derartig hüpften, dass es keine vernünftigen Fernsehbilder mehr gab, weil die gesamte Tribüne so wackelte.

Ganz unten am Rasen gab es eine Ecke mit Bänken und 3 Blumenkästen mit Geranien bepflanzt und Eva erzählte uns, dass dies die angestammten Sitzplätze der „Oldtras“ seien – einer Gruppe von ganz ganz langjährigen Fans älteren Semesters, die das neue Stadion ein „büschen ungemütlich“ fanden und an den Vorstand mit der Bitte um Verschönerung herantraten. Dieser genehmigte dann besagte Blumenkästen mit der einzigen Auflage, keine blau-weissen Blumen zu pflanzen ;o).

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Außerdem ist das Millerntorstadion wohl das einzige der Welt, dass einen Kindergarten in seinen Räumen beherbergt…Mit extra abgesperrten Balkon für die Lütten…

Peu à peu wurde das Stadion nun renoviert und umgebaut – man hat sich entschieden, immer nur soviel zu bauen, wie Geld da war – und nach dem Spiel am Dienstag wurde nun begonnen, das letzte Stück altes Millerntorstadion, die Nordtribüne, abgerissen und modernisiert.

Nach 1, 5 Stunden, in denen wir gestaunt und viel gelernt haben und die viel zu schnell vorbei waren, erzählte Eva noch vom Einsatz des Vereins für viva con agua ein und bat statt Trinkgeld um eine Spende – wie symphathisch!

Vielen Dank Steffi für den schönen Vormittag und an Eva für die tolle Führung!

Bis die Tage

die FrauMasulzke