Neulich hat mir eine Freundin folgende, wahre Geschichte erzählt, die ich so beeindruckend fand, dass ich sie sofort gefragt habe, ob ich sie hier aufschreiben darf. Das hat sie mir erlaubt und hier ist sie:

Es muss so um Ende der 70’er Jahre gewesen sein und sie war so ungefähr acht und in der zweiten Klasse. Jeden Morgen und jeden Mittag lief sie ihren Schulweg mit zwei Freundinnen. Dieser führte auch an einem wunderschön gepflegten Garten mit einer Menge Rosenbüsche vorbei, die so üppig blühten, dass sie teilweise sogar über den Gartenzaun hingen. Und jeden Morgen und jeden Mittag griffen die 3 Mädchen beherzt zu und rissen ein paar Rosen ab, um sie zu zerpflücken und „Blumenstreuen“ zu spielen. Das geschah ohne böse, schädigende Absicht, nur gänzlich gedankenlos. Eines Tages stand nun die Besitzerin des Gartens am Gartentor und erwartete das Trio. Sofort meldete sich das schlechte Gewissen und ihnen klar, dass es jetzt wohl das große Donnerwetter geben würde – denn so ganz unbedarft waren sie dann doch nicht mehr…

Die Dame war so um die 60 und sprach die 3 mit den Worten an, dass sie wohl bemerkt hätte, dass sie sich so für ihre Blumen interessierten und ob sie nicht Lust hätten, sich den Garten mal etwas genauer anzusehen? Die waren daraufhin so perplex, dass sie nur stumm nicken konnten und so führte die Besitzerin herum und erklärte ihnen, wie empfindlich die Rosenstöcke seien, wie lange sie sie schon hegen und pflegen würde und was alles dazu gehörten würde: Einpflanzen Düngen, Gießen, Schneiden, im Winter vor der Kälte schützen usw. Immer wieder betonte sie die Schönheit der Pflanzen und die Einzigartigkeit jeder Blüte, wies die Mädchen auf die Farben hin und auf den Duft; wie lange es dauerte, bis aus einer kleinen, unscheinbaren Knospe eine Blüten würde. Und zum Abschluss schnitt sie jedem der drei eine einzelne, besonders schöne Blüte ab und schenkte sie ihnen mit den Worten: „Die könnt ihr euch zuhause in die Vase stellen und euch daran erfreuen. Und wenn die Blüte welkt und anfängt, ihre Blätter zu verlieren, dann kann man damit auch noch Blumenstreuen spielen. Das ist doch praktisch, oder?“.

Und damit entließ sie die Mädchen. Und ich denke, wie schade, dass man echte Pädagogen so selten trifft. Aber wie schön, dass man ihnen immer mal wieder begegnet – und eben auch (oder gerade) außerhalb der Schule.

Ich zünd‘ mir jetzt n’paar Kerzen an.

Bis die Tage die fraumasulzke

P.S. Und hier ist der Adventskalender von heute – vielen Dank an stefi

bitte beachten, daß die Tüte zugeNÄHT ist

bitte beachten, daß die Tüte zugeNÄHT ist

das sieht in echt viel schöner aus, ist leider nur ein Handy-Foto mit Kunstlicht...

das sieht in echt viel schöner aus, ist leider nur ein Handy-Foto mit Kunstlicht…