Als ich gestern abend entspannt auf arte die Oper „Fidelio“ in einer Aufführung der Mailänder Scala schaute, habe ich erst gedacht, ob das jetzt total banausig ist, eine Oper im Fernsehen!

Ich liebe ja Oper in echt, aber im Fernsehen hat das durchaus auch Vorteile, man sieht auch mal das Gesicht der Sänger, man kann sich gemütlich aufs Sofa lümmeln mit Laptop auf dem Schoß und Tee in der Hand und man muss seine Beine nicht 3 Stunden in unbequeme Sessel im 3. Rang quetschen.

Übrigens muß der Sänger des Florestans (quasi der Heldentenor) in dieser Oper fast komplett im LIEGEN singen (weil er unschuldig im Kerker schmachten muß), was ich un-vor-stell-bar finde. Also im Liegen zu singen, nicht im Kerker zu schmachten. Überhaupt sind ja die Handlungen der meisten Opern sowas von absurd, da sind brasilianische Telenovelas die reinsten Steuergesetzbücher dagegen. Da wird betrogen und gelogen und geliebt und gemordet und intrigiert und gewahnsinnt und wieder zurück gemordet, dass es die reinste Wonne ist. Ohne sich vorher mal die Handlung angeschaut zu haben und einigermaßen kapiert zu haben, wer nun mit wem und gegen wen und dann doch nicht, hat man keine Chance, auch nur ansatzweise die Handlung zu verstehen, zumal ja oft auf italienisch gesungen wird. Wenn man zuhause lümmelt, kann man schnell mal bei Wikipedia luschern, wie jetzt nochmal was zusammenhägt.

Anfängern würde ich ja immer Die Zauberflöte von Mozart empfehlen – quasi der Schlager unter den Opern. Man kann ja fast mitsingen und die Handlung ist auch nicht ganz so wahnsinnig. Übrigens gibt es tatsächlich eine Oper über eine Nase von Schostakovitsch – wer’s nicht glaubt, hier steht’s: klick

Hier ist noch der Adventskalender von heute: Vielen Dank an Sarah!

Ich muß gleich selber singen.

Viele Grüße Merle