Blogparade #Familienalbum: Unsere Kindheit der 70er und 80er Jahre

Bei Frau Mutter habe ich eine – wie ich finde – wirklich witzige Blogparade entdeckt. Und da ich zur Zeit irgendwie unkreativ bin, hab ich gedacht, ich mach mal mit. Zumal es meine erste Blogparade wäre. Und zwar geht um „unsere Kindheit in den 70ern und 80ern – das #Familienalbum“ und wer mitgerechnet hat (oder mich kennt…obwohl ich ja ALLERhöchstens aussehe wie 23 ;o)), der weiß, dass ich da 1a reinpasse: Kindheit in den 70ern, Jugend in den 80ern. Und am besten gefällt mir ja, dass die Quintessenz ist „und es hat uns auch nicht geschadet“.

Das denke ich ja wirklich schon öfter mal, wenn ich sehe, wie es schon im Babyalter losgeht mit glutenfreier Ernährung bis zum 3. Lebensjahr (wusste ir-gend-jemand vor 2000, was Gluten ist? Wurde es da womöglich erst erfunden?), Frühförderung auf Englisch, Chinesisch oder Kisuaheli oder diesem Wahn, daß man ohne Abitur sowieso nur Klempner werden kann…

Bei uns gabs Fläschchen als Baby, Spinatbrei ab dem 4. Monat

20150211_150235 - Kopieund danach das, was die Erwachsenen auch hatten. Es gibt übrigens Fotos, da trinke ich bei meinem Papa aus dem Bierglas– da war ich gerade mal 3. Hier ist der Beweis:

Und ich bin übrigens KEINE Alkoholikerin geworden ;o)

Und ich bin übrigens KEINE Alkoholikerin geworden ;o)

Bei dem ersten Auto, was meine Mutter hatte (ein quietschorangener Fiat 500), gab es weder Kopfstützen noch Gurte – und zwar für niemand, auch vorne nicht. Wenn sie gute Laune hatte, durften wir mit einer Horde Nachbarkinder mit Fingerfarben Blumen drauf malen – hat der nächste Regen ja sowieso abgewaschen. Alle haben uns um unsere coole Mama beneidet! Heutzutage gibt es Menschen, die sich über Kreidemalereien von Kindern auf dem Bürgersteig beschweren.

dieses Kleid ist selbstgehäkelt. Von meiner Uroma.

dieses Kleid ist selbstgehäkelt. Von meiner Uroma.

Muß ich noch sagen, daß ich mittlerweile einigermaßen laufen kann?

Diese Hose bestand aus Plastik. Und sorry, aber diese Frisur darf nicht unzensiert ins Internetz

Diese Hose bestand aus Plastik. Und sorry, aber diese Frisur darf nicht unzensiert ins Internetz

Unglaublich! Ein Küchenhocker am Stiel! Mit Rädern!

Unglaublich! Ein Küchenhocker am Stiel! Mit Rädern!

Einmal in der Woche gings zum Turnverein und den Rest der Zeit hieß es, geh spielen. Entweder drinnen oder draussen. Englisch haben wir in der 5. Klasse bekommen und es muß auch Klempner geben: von den 30 Kindern aus der Grundschule waren wir vielleicht 8 auf dem Gymnasium. Die anderen sind m.W. auch glücklich geworden…

Scout-Ranzen waren noch nicht erfunden...

Scout-Ranzen waren noch nicht erfunden…

Es gab nur 3 Fernsehprogramme, nein 4, wenn man das DDR-Fernsehen mitzählt, und mein täglicher Fernsehkonsum beschränkte sich auf die Sesamstrasse und einmal in der Woche donnerstags gab es die Biene Maja. Raumschiff Enterprise (was ich GELIEBT habe) durfte ich nur bei meiner Oma sehen, weil das für Kinder „zu schrecklich“ sei (O-Ton meine Mutter).

Ansonsten gab es zu essen Milchreis, Senfeier, Pfannkuchen, Kartoffelpuffer, gelegentlich Fischstäbchen mit Kartoffelpüree oder Spaghetti Bolognese. Oder auch mal Labskaus – bin ja schließlich ne Hamburger Deern. Sauce war böse. Pommes waren böse. Ketchup war böse. Mein alljährlicher Wunsch als Geburtstagsessen war: paniertes Fleisch (böse), Pommes (böse) mit Ketchup (böse) und Tiefkühl-Gemüse (böse). Aber einmal im Jahr wurde eine Ausnahme gemacht.

Ein eigenes Zimmer hatte ich erst mit 13 Jahren, vorher musste ich mit meiner Schwester zusammenwohnen. Ich fand es furchtbar. Und nix Design im Kinderzimmer. Die Möbel waren geerbt, stabil, praktisch und häßlich. Genauso die Klamotten, wobei ich als Älteste noch das Glück hatte, nichts auftragen zu müssen.

Urlaub haben wir während meiner Kindheit genau 2x gemacht, einmal Verwandte in Schweden besucht und das andere mit der Kirche auf Familienfreizeit nach Sylt. Ansonsten waren wir eben 2 Wochen bei Oma, mit der gings dann auch schon mal ins Kino oder auf den Rummel. Meine Mutter hielt solche Aktivitäten für unnütz, zu teuer = böse (s.o.).

Was toll war, dass es quasi immer möglich war, dass jemand spontan bei uns spielen konnte oder auch übernachten, das war total unkompliziert. Und da durften wir dann auch echt Chaos machen und auch laut sein. Das war cool.

Fazit: geschadet hat es mir nicht, obwohl ich einige Sachen echt schrecklich fand und auch darunter gelitten habe. Und im Großen und Ganzen glaube ich schon, dass man heutzutage ziemlich viel Bohei um die lieben Kleinen macht. Wobei ich mich da durchaus nicht ausnehme – manchmal kann man sich diesem Mutti-Hype schlecht entziehen…aber irgendwie versuchen doch alle, sich Mühe zu geben und alles richtig zu machen, das sollte man vielleicht nicht aus den Augen verlieren.

:o)

Nu is sie auch groß geworden…

Wollt Ihr noch mehr wissen, evtl. sogar aus den 80ern?! (Ich sag nur: Dauerwelle! Vokuhila! Schulterpolster!) Obwohl ich fast glaube, dass da nicht sooo viele Bilder existieren von mir…

Beste Grüße

fraumasulzke

8 Kommentare

  1. Ach Gott, wie drollig. Is ja süß. Auch Christine! (Aber Scout-Ranzen waren durchaus schon erfunden; meiner war gelb – doch vielleicht böse?).

  2. Diese Fotos! Genial! Was hatten wir doch für eine großartige Kindheit. Ich hatte einen Scout – in dunkelblau mit orange. Ich werde mich am Wochenende in Elterns Keller begeben, um mein Einschulungsfoto von 1977 rauszukramen. Und wenn ich schon dabei bin, such ich noch mehr aus dieser Zeit. So einen Post muss ich unbedingt auch veröffentlichen. Eine sensationelle Idee!

    Herzliche Grüße
    Nicole

  3. Witzig, genauso Bilder gibt es von mir auch. Ich hatte auch so eine schicke Plastikhose, allerdings in Gelb. Und ich erinnere mich noch genau, dass die so kleine Knitterfältchen geworfen hat, in denen man die Beschichtung abpulen konnte (aber natürlich nicht durfte). Scout hatte ich keinen, aber dafür gelbes Leder. War auch schick!
    Liebe Grüße von Claudia

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