Eigentlich wollte ich in diesem Post ein bisschen über die Schlechtigkeit der Welt im allgemeinen und der Menschen im speziellen lästern – Anlass war das Gespräch mit einer Freundin, die gerade in harten (härtesten) geschäftlichen Verhandlungen steckt.

Wir haben uns darüber gewundert, dass anscheinend jeder versucht, sein Gegenüber über den Tisch zu ziehen, auszupressen, das Maximum für sich selbst herauszuholen und dann auch noch damit angibt, bzw. stolz darauf zu sein scheint. Gleichzeitig geht man davon aus, dass seine Geschäftspartner Mitmenschen erstmal per se böse sind und man möglichst schnell zeigen muss, dass man der Stärkere ist. Und das zieht sich irgendwie durch alles so durch: zum Amt wird man bestellt, anstatt wie normale Menschen einen Termin miteinander auszumachen. Kindern wird beigebracht, dass die Welt schlecht und böse ist und sie sich bloß von den potentiell gefährlichen Erwachsenen fernhalten soll. Aber sind denn nicht 99,9 % der Erwachsenen eigentlich ganz nett? Oder zumindest keine Mitschnacker?

Dann dachte ich, wer sind die Geschäftspartner oder Mitmenschen?

Das sind doch wir. Alle.

Und die Frage kann doch dann nur sein, in was für einer Welt WOLLEN wir denn leben?

Andererseits lese ich diesen Blogwelten von Leuten, die versuchen, sich an kleinen Dingen zu freuen…die aus Weltverbesserungsgründen vegan leben…die alte Klamotten verschenken oder upcyceln…die einfach versuchen auf ihre Weise, diese Welt ein Stück auf besser zu machen. Und jetzt fällt mir z.B. auch die nette Frau ein, die mich neulich darauf aufmerksam machte, dass mein 1 Euro-Stück noch im Einkaufswagen steckte – hätte sie auch einfach nehmen können und denken „Selbst Schuld, wenn man so verschusselt ist“. Oder die Damen hier im Ort, die ehrenamtlich die Bücherei managen, weil es sie sonst nicht mehr geben würde…oder…oder…

Mit diesem Wort zum Wochenende wünsche ich Euch ein wunderbares, sonniges Selbiges und schicke ein paar virtuelle Blumengrüße an alle Weltverbesserer.

diefraumasulzke