Vom Glück zu Lesen – schon als Kind

Lange habe nichts mehr über Bücher geschrieben – was nicht bedeutet, dass ich nichts mehr lese. Im Moment lese ich gerade „Der Trafikant“ von Robert Seethaler, ein wunderschön literarisches Buch, was mich auch noch vom Layout her anspricht, allerdings ist es eher kurz. Wenn ich merke, demnächst habe ich nix mehr zu lesen, werde ich irgendwie nervös. Wobei ich oft das Gefühl habe, alle wirklich guten Bücher kenne ich schon – was natürlich völliger Quatsch ist. Was ich aber wirklich nur noch ganz selten habe – und als Kind/Jugendliche oft – ist das Gefühl, völlig in eine Geschichte einzutauchen und wirklich mittendrin zu sein und mit jeder Seite, mit der sich das Ende nähert, immer beklommener zu werden, weil man dann weiss, man muss sich von den wundervollen Figuren verabschieden. Gleichzeitig fiebert man natürlich dem Fortgang der Geschichte entgegen…

Ein Buch, was ich immer und immer wieder gelesen habe, ist „Die unendliche Geschichte“ von Michael Ende – allein schon der Titel! Eine Geschichte, die immer und immer weitergeht…ein Traum. Auch Momo fand ich toll und als Michael Ende vor ein paar Jahren gestorben ist, war ich richtig traurig. Oder „Die Brüder Löwenherz“ von Astrid Lindgren – die Geschichte bringt mich heute noch (nachdem ich sie geschätzt 100x gelesen habe zum Heulen) sowieso habe ich alles von ihr verschlungen…Pippi, Bullerbü, Michel aus Lönneberga, Mio mein Mio, Ferien auf Saltkrokan (hach das liebe ich auch so – immer noch).

Und natürlich die Rote Zora…meine Güte was habe ich dieses Mädchen bewundert als Chefin einer Bande von Jungs, die elternlos auf kleine Gaunereien angewiesen sind zum Überleben. Die Geschichte spielt an der kroatischen Adria in den 1920er Jahren in etwa. Immer noch total gut lesbar…Ist auch vor ein paar Jahren verfilmt worden, glaube ich.

Dieses Exemplar ist von meinem Vater, das er schon als kleiner Junge 1950 gelesen hat - leider ist es schon fast kaputtgeliebt

Dieses Exemplar ist von meinem Vater, das er schon als kleiner Junge 1950 gelesen hat – leider ist es schon fast kaputtgeliebt

...ich fasse es quasi nur noch mit Samthandschuhen an

…ich fasse es quasi nur noch mit Samthandschuhen an

Natürlich habe ich auch nicht-so-wertvolle Bücher gelesen. Ich glaube, ich habe schon mal erwähnt, dass meine Oma (die ja eine sehr junge Oma war und bis ich Anfang 20 war, noch berufstätig) in Hamburg in einer Stadtteilbücherei (die heissen da „Bücherhalle“) gearbeitet hat und ich so Zugriff auf die ganzen Neuerscheinungen hatte und die Bücher solange behalten konnte, wie ich wollte. Ein Paradies für echte Leseratten! Was ich sta-pel-weise gelesen habe, immer eins nach dem anderen weg, waren die ganzen Internatsgeschichten von Enid Blyton „Dolly“ und natürlich „Hanni und Nanni“ – mein glühendster Wunsch war natürlich, auch ins Internat gehen zu dürfen…

So ein großer Comic-Fan war ich eigentlich nie, bis auf eine Ausnahme: Tim und Struppi! Damals durfte ich mir immer nur einen Comic mitnehmen (die waren „böse“, weil keine echten Bücher), aber heute in Zeiten von graphic novels sind es mittlerweile echte Klassiker. Der kleine Herr Masulzke liebt sie übrigens auch und natürlich besonders Käpitan Haddock.

Kann mir jemand ein gutes Buch empfehlen? Ich habe bald nix mehr zu Lesen und werde langsam nervös…

Bis die Tage

die fraumasulzke

9 Kommentare

  1. ich hab die unendliche geschichte und momo auch geliebt! gestern hab ich die unendliche verfilmung angeschaut… und astird lindgren sowieso! (geht bei einem schwedischen papa fast gar nicht anders)
    die rota zora hab ich nie gelesen, nur den film gesehen, oh hab ich die bewundert!
    ich liebe francois lelord bücher und jorge bucay.
    liegrü

  2. Leider kann ich Dir mit dem Lied von Eis und Feuer ja nicht kommen 😉 . Aber weil Du ja schon vom Wolkenatlas hier geschwärmt hast, weiß ich vielleicht was: Falls Du sie noch nicht kennst, kann ich wärmstens eine Trilogie von Margret Atwood empfehlen. Sie beginnt mit dem Buch „Oryx und Crake“ – und ist der Oberhammer. Wie übrigens alles von Margret Atwood. Das ist etwas, das ich seit Kindertagen so mache: Wenn mir ein Autor gefällt, lese ich jedes Buch von ihm oder ihr. Das war schon bei Astrid Lindgren oder Michael Ende so. Aber auch bei schlechten Bücher. Meine Lieblings-schlechten-Bücher waren die von Burg Schreckenstein :). Keine Ahnung übrigens, wer das geschrieben hat. Grüße, Grüße.

  3. Also, das größte Kinderbuch überhaupt ist natürlich „Emil und die Detektive“ von Erich Kästner. Wüsste ich sonst, dass es in Berlin den Nollendorfplatz gibt? – Jungs lesen halt doch anders 😉

  4. Ist schon erstaunlich, aber ich habe als Kind dieselben Bücher gelesen die du oben erwähnst. Die Rote Zora auch mehrmals! Besessen habn wir es niw, immer nur aus der Bücherei geliehen. Ich kann mich auch dunkel an die Fernsehserie erinnern. Berte Bratt habe ich auch verschlungen. Ich habe eher zu viele ungelesenen Bücher hier liegen als zu wenige. Kannst ja mal durch meine Rezis schauen, vielleicht ist da was dabei was dich anspricht wenn du wieder mal was brauchst?

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