Moin Welt.

Hab ich schonmal erwähnt, dass ich Rost mag? Aber es muss ehrlicher Rost sein – also nicht son Hübschi-Gartenstecker-Rost, sondern man muss es ihm ansehen, dass er Jahre und Jahre gebraucht hat. Ausserdem mag ich alten Industriekram – kommt wahrscheinlich von meiner Affinität und Heimatliebe zum Hamburger Hafen. Jedenfalls ist man mit diesen beiden Vorlieben im Ruhrpott genau richtig.

Am Samstag morgen unseres Ruhrgebietsausfluges führte uns der erste Weg zur Zeche Zollverein in Essen.

Was man so total unterschätzt, ist die Riesigkeit dieser ganzen Zechen und Halden. Auch dieses Areal riesig, also RIESIG.

romikamasulzke-ZecheZollverein (5)romikamasulzke-ZecheZollverein (20)Man kann wunderbar einfach zwischen dem ganzen Rost rumlaufen, den einen oder anderen Verzückungsschrei ausstoßen und Fotos machen.

Es gibt auf dem Gelände ein Museum, ein bis zwei Cafés,

romikamasulzke-ZecheZollverein (14)ein Freibad, einen tollen Museumshop mit einer interessanten Auswahl an Büchern und Postkarten und jede Menge Rost. Wahrscheinlich gibt es noch viel mehr, aber das war das, was wir so gesehen haben. Übrigens kostet es erst mal so keinen Eintritt, wahrscheinlich fällt der nur an, wenn man ins Museum will oder eine Führung mitmachen. Wir wurden sofort von einem netten Mitarbeiter dort namens Karl-Heinz Trafinke oder so ähnlich angesprochen, der uns im schönsten Ruhri-Slang das ein oder andere erzählt hat und uns ein paar Postkarten geschenkt hat. Sehr nett war das.

Unter anderen wissen wir jetzt, dass das Wahrzeichen der Zeche Zollverein Doppelbock heisst. Bisher kannte ich das nur als Bier, aber man lernt ja nie aus.

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isses nich herrlicher Rost ;o)

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dies ist NICHT das Freibad

romikamasulzke-ZecheZollverein (21)Nachdem wir dann schon diverse gelaufene Kilomenter (auf dem RIESIGEN Zechengelände) auf der Uhr hatten, mussten wir erstmal nach Schalke fahren und CurrywurstPommesSchranke essen. An dem Tag war auch noch ein Heimspiel und Gelsenkirchen war ein Meer von Blau-Weiss (sogar die Poller vor der Kirche waren blau-weiss umhäkelt) und dann sind wir auch noch an der alten Glückauf-Kampfbahn von Schalke vorbeigekommen, leider nur aus dem Auto heraus gesehen, weil es dann auch regnete. Aber schon unvorstellbar, dass da bis in die 70er oder so Bundesligaspiele stattfanden. Es sieht aus wie der Sportplatz umme Ecke. Gefühlt passen da 500 Zuschauer rein.

Und nun hab ich noch einen echten Insidertipp für Euch. Da Herr Masulzke nämlich vor fast 20 Jahren früher mal in Gelsenkirchen gearbeitet hat, waren wir auch an seiner alten Wirkungsstätte, dem Wissenschaftspark. Und abgesehen davon, dass es architektonisch ein sehenswertes Gebäude ist, läuft dort im Moment ein Fotoausstellung des Hamburger Fotografen Michael Hagedorn mit dem Titel „Konfetti im Kopf“ zum Thema Leben mit Demenz. Und nachdem ich erst nur im Vorbeigehen eher zufällig Blicke darauf geworfen habe, bin ich dann doch stehengeblieben und habe mir die Fotos genauer angeschaut und irgendwann hatte ich Tränen in den Augen. Diese Fotos sind wirklich umwerfend. Unglaublich nah, intim, heiter – auch schmerzlich -, einfach zutiefst menschlich und sehr bewegend. Hier gibts mehr Informationen dazu klick

Montag bis Freitag 6-19 Uhr, Samstag 7.30-17 Uhr
Eintritt frei

Wissenschaftspark Gelsenkirchen
Muscheidstraße 14, 45886 Gelsenkirchen

Wer sich für Fotografie interessiert, dem kann ich diese kleine Ausstellung nur ans Herz legen. Die Ausstellung läuft noch bis zum 06. Juni.

Ein weiteres Highlight unseres Ausflugs war das Gasometer in Oberhausen, davon erzähl ich dann nächstes Mal.

Bis die Tage

die fraumasulzke