Als Tourist in Hamburg. Hier: Hafenrundfahrt

Moin Welt.

Bisschen komisch war das ja schon – so als Touri in meiner Heimatstadt. Aber irgendwie auch ganz nett und ich habe Dinge gemacht, die ich sehr lange nicht mehr erlebt habe. So z.B. eine Hafenrundfahrt, die ja zum Standardprogramm in Hamburg gehört.

Das erste Mal habe ich so eine Fahrt Mitte der 70er Jahre gemacht, in der Grundschule. Und ich weiß nicht so genau, wann sich Container in der Schiffahrt durchgesetzt haben, aber ich kann mich noch an Männer erinnern, die Säcke voller Bananen auf- oder abgeladen haben und uns lütten Schulkindern die grünen Dinger runter in die Barkasse geschmissen haben. Danach habe ich immer so im Abstand von ungefähr 10 Jahren mal wieder eine Hafenrundfahrt gemacht – immer dann, wenn man mal Besuch von auswärts hatte.

Von Säcken mit Bananen oder Kaffee sind die heutigen, riesigen Containerschiffe natürlich weit entfernt. Unser netter Hafenkapitän namens Willi hat uns verraten, dass auf so einem Schiff nicht mehr als 12 Mann Besatzung fahren, was angesichts der Riesigkeit dieser Schiffe schon etwas komisch anmutet. Die Barkassenführer heißen in Hamburg übrigens auch „He lücht“, was soviel heisst wie „Er lügt“, weil die sich auch gern mal einen Spaß daraus machen, den Touris etwas Seemannsgarn zu erzählen.

Was sieht man sonst so auf einer Hafenrundfahrt? Natürlich fährt man auch in die seitlichen Hafenbecken, die man auf den schon-lange-nicht-mehr-Geheimtipp-Fahrten mit der Linie 62 zwischen Landungsbrücken und Finkenwerder nicht zu sehen bekommt. Man sieht z.B. die zweitgrößte Yacht der Welt im Dock liegen, die irgendeinem russischen Oligarchen gehört und neben einem auf Knopfdruck herausfahrbaren Schlafzimmer auch 2 Raketenabwehrsysteme hat. Man fährt bis auf einen halben Meter an Containerschiffe heran und sieht die Stahlwand mitsamt Anker 10 m direkt über sich aufragen.

Und man fährt durch die Kanäle der Speicherstadt (in Hamburg heißen die übrigens Fleete) und muss wegen dem extremen Hochwasser „alle Mann nach vorn kommen, wir brauchen noch ein paar Zentimeter, sonst passen wir nicht unter der Brücke durch“ (O-Ton Willi) – und manmanman, das war vielleicht knapp, das kann ich Euch sagen, das waren keine 5 Zentimeter.

Fazit: es war toll, hat Spaß gemacht und mit 18 EUR für gut 1 Stunde Fahrtzeit fanden wir den Preis angemessen. Und bis zur nächsten Hafenrundfahrt warten wir nicht wieder 10 Jahre – zumal man jedes Mal etwas anderes zu sehen bekommt. Logischerweise sind Yachten ja irgendwann fertig überholt und Schiffe erstaunlich schnell be- und entladen.

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Bis die Tage

Die Fraumasulzke

7 Kommentare

  1. Das mit der Linie 62 stimmt total. Obwohl die natürlich auch toll ist. Aber anders. Also eher als Ergänzung.

  2. Herrliche Bilder, von meiner alten Liebe <3 Hamburg!
    In der Speicherstadt hatten mein Uropa und Opa einen Speicher…
    Vielen Dank für diesen Ausflug in meine alte Heimat!!
    Liebe Gruesse!

    • fraumasulzke

      18. Mai 2015 at 22:05

      Du bist auch Exilhamburgerin?! Und mein Opa war in seiner Jugend noch Fischer auf der Elbe…Kennst Du den Speicher denn noch?

      • Ich bin in HH geboren und aufgewachsen, bis es mich nach Schweden verschlagen hat 🙂 Der Speicher ist leider im Krieg abgebrannt. Hauptsächlich haben Uropa und Opa mit Kaffee gehandelt. Der Herr Darboven hat wohl noch persönlich ausgewählt und es wurde per Handschlag besiegelt. danach gab’s immer erstmal „Lütt un lütt“. Alte Geschichten aus Hamburg 🙂

  3. Ein toller Beitrag, den Touri merkt man gar nicht;-). Liebe Grüße Andrea

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