Noch einen Kaffee dazu?

Moin Welt.

Also. Diese ganze Achtsamkeits- und Dankbarkeitsgeschichte ist ja nun in aller Munde und alle üben sich darin. Aber manchmal möchte ich mich auch einfach aufregen dürfen – auch das befreit übrigens ungemein. Einfach mal über die unfähige Call-Center-Maus mit der Kollegin ablästern und dann ist es auch gut. Oder: Bei allem Verständnis für streikende Arbeitnehmer dass man eine ¾-Stunde auf dem zugigen Bahnhof auf die S-Bahn warten muss. Oder: Leute, die ihre Hunde überall hinmachen lassen. Sowas eben.

Eine andere Sache, über die ich mich auch immer aufgeregt habe, ist, dass ich immer wenn ich irgendwo etwas kaufe, noch gefragt werde, ob ich nicht auch noch etwas anderes habe will. Also zum Beispiel, ich kaufe ein Croissant und werde noch gefragt, ob ich noch einen Kaffee will. NEIN! Sonst hätte ich den doch bestellt oder?

Wenn man das mal weiterdenkt…wird man gefragt, ob man zu den Zigaretten auch ein Feuerzeug braucht? Zum Benzin auch noch einen Liter Öl? Zum Brot auch noch Kuchen vielleicht? Zu den Möhren auch noch Gurken? Das nervt doch – oder geht das nur mir so?

Bis mir das irgendwann mal echt zu blöd wurde und ich so eine arme Verkäuferin (die ja sicher von irgendwelchen Vorgesetzten dazu gezwungen wird, diese Extra-Fragen zu stellen) mal ehrlich interessiert gefragt habe, ob es tatsächlich Menschen gibt, die auf solche Fragen dann sagen: och ja, jetzt, wo Sie mich dran erinnern, dann nehme ich doch noch einen Kaffee dazu? Und was soll ich sagen… sie meinte, das wäre gar nicht so selten. Seitdem wundert mich gar nix mehr.

Was wohl passieren würde, wenn man sagt: Vergessen Sie den Croissant, ich nehme stattdessen einen Kaffee. Wahrscheinlich sagen sie dann: Gerne. Möchten Sie noch ein Stück Kuchen dazu?

Bis die Tage

Die fraumasulzke

10 Kommentare

  1. Hier würde ich am liebsten 2 Mal Gefällt mir drücken 🙂

  2. Richtig gut, ich glaube da finden sich viele wieder:-)!

  3. Ich könnt mich ja auch über Menschen aufregen, die genau am Ende der Rolltreppe stehen bleiben!
    Alle nachfolgenden Personen müssen dann mit dem Hintern des Vordermannes kuscheln (ob sie wollen oder nicht)!
    Könnte ich immer wieder platzen 😀

  4. ahahaha, ich glaub ich probier das jetzt echt mal aus! hier im superhappy amiland sind auch alle immer super freundlich and everything is awesome! und grundsätzlich bin ich ich ja ein positiver, dankbarer mensch, aber sich ab und an mal ‚auskotzen‘ tut gut;-)

  5. Aber echt, ey.
    Bei Budniskowsky haben sie mir mal erzählt, dass es auch wirklich gecheckt wird. Von Mystery-Shoppern. Deswegen müssen die auch bei Stammkunden den immer gleichen Mini-Dialog führen.
    „Budnikarte dabei?“
    „Nein, hab ich gar nicht.“
    „Interesse an einer Budnikarte?“
    „Nein.“
    In meiner Filliale haben ich jetzt öfter schon mal gehört, dass die Kunden gleich sagen: „Keine Budnikarte. Kein Interesse.“
    Dafür sind die Verkäuferinnen ganz dankbar.

    Was ich daran so blöd finde: Mit dieser ritualisierten und unnützten Kommunikation wird ja echte Kommunikation geblockt. Weiß gar nicht, ob das im Unternehmensinteresse ist.

    • fraumasulzke

      22. Mai 2015 at 14:51

      Es scheint sich ja doch irgendwie zu lohnen, wenn immer wieder Leute doch positiv reagieren…frage mich bloss, wer das sein könnte…irgendwie sind doch alle genervt – inkl. der armen Verkäuferinnen

  6. Ich werde ja immer beim Tanken gefragt, ob ich auch noch einen Kaffee auf die Hand haben möchte oder einen gerade aktionierten Snäckpäck. Ich muss dann sehr an mich halten, mit meinen steuerfachlichen und buchhalterischen Erläuterungen nicht den Betriebsablauf aufzuhalten. Denn da ich ausschließlich geschäftlich tanke, hat der Kaffee aus ToGo, die Zeitschrift, die Bifi, das Zigarettenpäckchen… auf der Tankrechnung nichts zu suchen, denn das verkompliziert die Verbuchung des Belegs… Das alles zu erklären würde aber an der Kasse (und auch hier) ein bisschen weit führen. Ganz abgesehen davon, dass ich wenn, dann meinen Kaffee in einem Becher haben möchte. Und nicht auf die Hand. 🙂

  7. Ich muss noch ergänzen, dass der Mann, als er vor seiner Herzgeschichte noch Raucher war, tatsächlich bei jedem Kauf von Zigaretten gefragt wurde, ob er ein Feuerzeug für ’nen Euro dazu haben möchte.
    Und ja, wenn man Benzin kauft, wird man auch oft auf ergänzendes Material wie Cockpitspray, Enteiser oder die (fällige) Autowäsche „hingewiesen“.

    So, wenn mir jetzt noch was einfällt, mach ich einen eigenen Post daraus. 😉

    • fraumasulzke

      22. Mai 2015 at 14:52

      Man darf halt nicht vergessen, dass die Angestellten genauso genervt sind…die machen das ja auch nicht freiwillig. Und anscheinend gibt es genug Leute, die dann auch noch „ja“ sagen, wenn sie so Quatsch gefragt werden…

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