Neues aus Absurdistan: Gretchen von einzlkind

Ein sehr merkwürdiges Buch. Eigentlich mag ich ja absurde Geschichten – je absurder, je besser. Wahrscheinlich habe ich daher auch dieses Buch geschenkt bekommen, weil die schenkende Person und ich diese Vorliebe teilen. Nun ist es so, dass ich ein Buch, das ich einmal angefangen habe, in den allermeisten Fällen auch zu Ende lesen muss, auch wenn ich es gar nicht so toll finde. Wahrscheinlich kommt das daher, dass ich immer Angst habe, dass mir der Lesestoff ausgeht ;o)

Bei diesem Buch gab es immer mal wieder Momente, wo ich dachte „genial“ und auch ganze Kapitel, bei denen ich vor lauter – zugegebenermaßen eloquentem – Gelaber nur hoffte, dass bald wieder ein „genial“ kommt.

 

Der Plot ist recht einfach. Ältere Dame, „Frau Intendantin“, reich, aus London, muss zur Strafe auf eine gottverlassene Insel irgendwo im Norden, vermutlich bei Island, reisen und mit den Einheimischen ein Theaterstück inszenieren. Natürlich ist sie darob schwer empört. Und ausser einer Menge skurriler Bewohner des Inselchens (u.a. ein drogensüchtiger Tierarzt, ein/zwei pubertierende Jünglinge und ein Lehrer mit Geltungsdrang), die ständig irgendwelche Reden schwingen, passiert nicht viel. Natürlich ist Gretchen empört. Meine Lieblingsstelle ist die, wo Gretchen dem knarzigen Fischer, der sie zur Insel übersetzt, auf seine Frage hin, was sie in den ganzen Schrankkoffern wohl bloss alles drin hat, über 3 Seiten Modemarken aufzählt und er daraufhin meint, es wäre ja wohl eine Schande, dass sie nix von Marc Jacobs dabei hätte…Gretchen ist darüber empört. Das Ende des Buchs ist etwas überraschend.

Mir persönlich fehlt die Geschichte. Zuviel Gerede und möglichst viele verschwurbelte Sätze. Trotzdem habe ich Momente gehabt, an denen ich laut gelacht oder geschmunzelt habe. Insgesamt habe ich aber immer gehofft, dass jetzt endlich mal was passiert. Irgendwas. Und die ganze Zeit habe ich mich gefragt, ob ich intellektuell genug für dieses Buch bin (wahrscheinlich eher nicht).

Ein Buch, das man in einem Café sitzend, lesen könnte. Regen. Schwarzer Rollkragenpullover. Feuilleton.

Wo man Bücher kaufen kann, wisst ihr ja selber. Wo ich mir immer unsicher bin: darf man auf Blogs das fotografierte Cover zeigen? Weiß das jemand? Daher: ich habe heute leider kein Foto für dich.

Bis die Tage

Die fraumasulzke

4 Kommentare

  1. also deine Beschreibung hat mich sehr zum Lachen gebracht, Und jetzt hätt ich gern einen schwarzen Rollkragenpulli und würd im Cafe sitzen und das Buch dazu lesen, im Hinterkopf deine Beschreibung, Regen hätt ich schon;-)
    alles liebe

  2. Klingt schrecklich das Buch 😉 Ich bin aber auch eher humorlos, was absurde Bücher betrifft. Grad gestern habe ich dazu einen Zeit-Artikel gelesen, bei dem ich an Dich gedacht habe: http://www.zeit.de/zeit-magazin/2015/23/humor-hessen-lachen

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