Kaffee Togo

Moin Welt.

Da ich in einer Abteilung arbeite, in der die Kaffeeküche halb öffentlich ist, kann man die dortige Kaffeemaschine leider nicht benutzen (eklig, verkeimt und nie sauber). Es gibt einen Automaten, der undefinierbare Plörre in Plastikbecher rülpst – und obwohl es mindestens 10 verschiedene Sorten gibt (u.a. Wiener Melange und Moccachoc) jeweils sogar noch mit extra Milch und/oder Zucker – schmecken alle exakt gleich. Als Kaffeesüchtige muss ich mir mein schwarzes Gift also woanders besorgen – bisher hatte ich das immer bei dem Bäcker gemacht, der auf dem Weg lag. Jeden Morgen Pappe mit Plastikdeckel. Und da ich neulich mal irgendeinen Artikel über das zunehmende Problem der Kaffe Togo-Müllschwemme gelesen hatte und Barbara so einen schicken Glasbecher mit Deckel für unterwegs hatte, habe ich mir auch so etwas besorgt – allerdings aus Porzellan, aber egal, ist jedenfalls jetzt Mehrweg.

Das ist das gute Stück

Das ist das gute Stück

Als ich also neulich morgen mit reinem Umweltgewissen meinen Porzellanbecher hinhielt und darum bat, den Kaffee doch bitte da rein zu füllen, sagte die nette Dame: „Nee, das dürfen wir nicht“. Da stand ich nun – etwas bedröppelt. Ich habe dann den Kaffee aus dem Pappbecher in den Porzellanbecher umgefüllt und mir eingeredet, dass ich wenigstens den Plastikdeckel gespart hatte, aber ein bisschen bescheuert fand ich das schon.

Sind das irgendwelche Hygiene-Vorschriften? Wahrscheinlich schon, aber hallo? Es geht doch hier um schnöden Kaffee und nicht um rohes Geflügel.

Zum Glück gibt es um die Ecke in der S-Bahn-Station einen LeCrobag, dessen Angestellte das Getränk nicht nur anstandslos in den Becher gefüllt haben, sondern der Kaffee ist auch noch deutlich heisser und günstiger.

Gottseidank muss ich nicht zu diesem einem Kafeedealer…ich nenn ihn mal Störbucks – die nerven mich ja schon lange. Erstens finde ich den Kaffee geradezu unverhältnismäßig teuer und zweitens ist dieses „Wir bereiten Ihren persönlichen Kaffee ganz persönlich nur für sie ganz frisch zu“ und brauchen dazu Ihren Namen echt anstrengend. Ich kann es ja noch verstehen, wenn es knallvoll ist und 7 Leute auf Ihre tall-decaf-latte-dingsbums warten, aber wenn kein Mensch da ist?! Wahrscheinlich auch wieder ein Fall von die-Angestellten-werden-dazu-gezwungen. Und drittens möchte ich KAFFEE. Ganz normalen Kaffee. Die machen immer sone Wisschenschaft draus…

Ich habe da in Berlin mal was echt Witziges erlebt und zwar war vor mir in der Störbucks-Schlange ein älterer Herr – eindeutig Tourist , ich vermute mal Sauerland -, der „2 Kaffee bitte“ bestellte – OHA Anfängerfehler…der Störbucksscherge rollte mit den Augen und nach einigem Hin und Her einigte man sich auf small Frappuccino oder was auch immer und dann! „Wie ist Ihr Name“ fragte Störbucks. Der ältere Herr war sichtlich verwirrt, aber sehr freundlich und verbindlich und sagte: „von Sczryczyczinksy…“ und schob gleich ein „das schreibt man so….“ und fing an zu buchstabieren.

Um nach dem Vornamen zu fragen, war der Herr nämlich deutlich zu alt. Störbucks musste also diesen Namen auf den Becher kritzeln. Seitdem mache ich mir einen Spaß draus, wenn ich zu Störbucks muss. Wie ist der Name? „Sczryczyczinksy“ natürlich. Augenrollen. Und der Vorname? Wahlweise „Margorzata“ oder auch gern mal „Ethuania“. Besonders gut kam, als ich mal „Stephan“ sagte. Sie schrieben dann Stephanie auf den Becher. Auf eine Beschwerde hab ich dann aber doch verzichtet…

bis die Tage

die fraumasulzke

8 Kommentare

  1. Wer suchet, der findet… 🙂 Scheinbar sind die Vorschriften soooooooo eng gefasst, das nix von vor dem Tresen hinter den Tresen darf… aus Gründen der Hygiene… da muss man suchen und wird oft bei den kleinen, oft Inhabergeführten Läden fündig… die machen noch wie sie denken… zum Glück! Darum wundert es mich das ausgerechnet die große Kette CroBag das macht, finde es aber gut. LG Stefanie

  2. Schiefgelacht. Ich war noch nie bei Störbax. Weil ich Kaffee nicht aus Pappe trinke. Schon gar nicht für Unsummen. (Aber offenbar haben sie Dir ja wohl meinen Kaffee aufs Auge gedrückt).

  3. Schön wäre vielleicht auch ein Name, der nicht vollständig auf den Becher passt, oder man besteht penetrant darauf, dass etwaige Schreibfehler korrigiert werden…

    Vielleicht auch ein Künstlername? Shitty Shitty Bum Bang Bang… Und was machen sie, wenn man sich als berühmter Diktator ausgibt?

    Vielleicht muss man doch öfter mal hingehen…

  4. Sehr löblich, dass du jetzt auch einen Nicht-Wegwerf-Becher hast 😉 Diese seltsamen Hygiene-Vorschriften sind mir übrigens auch schon begegnet – aber erst vor kurzem. Da zapfte die Bäckereifachverkäuferin, die mir schon x-mal meinen Milchkaffee in mein Glas gefüllt hatte, diesen jetzt in einen Pappbecher, um ihn dann umzufüllen. So’n Quatsch! Ich hole meinen Kaffee jetzt bei nem kleinen italienischen Café oder diversen Caférollern (teurer, aber auch leckerer), die sehen das wohl noch nicht so eng. Hoffentlich treten ihnen nicht irgendwelche Hygiene-Kontrollen auf die Füße…

Kommentar verfassen

© 2017

Theme von Anders NorénHoch ↑

%d Bloggern gefällt das: