Schöntachnoch

Moin Welt.

Seit wann sagen eigentlich alle immer dieses „Schöntachnoch“? Vom der Bäckereifachkraft über die Kollegen, Postbote, Kassiererin, Callcentermaus…die Reihe lässt sich beliebig fortsetzen.

Ich mag das nicht. Das ist so beliebig. Ich möchte ehrlich einen schönen Tag gewünscht bekommen und nicht „weil man das eben so sagt“. In diesem Zusammenhang fällt mir das arme Mädchen im New Yorker MoMa-Museum ein, das zu jedem einzelnen Kunden (und ich war damals in der Vorweihnachtszeit da, das waren VIELE) runterleierte – und zwar egal, was man kaufte (in meinem Fall 1 Postkarte) -: „Thank you for supporting the Museum of Modern Art. We wish you a nice holiday“. Oder so ähnlich. Es war auf jeden Fall ellenlang, auswendig gelernt und es war ihr deutlich anzumerken, dass es ihr vollkommen egal war, ob man das Museum supportete…

Dann lieber nur „Tschüss“ sagen. Und ich finde, man merkt das, ob es von Herzen kommt oder eben nur mechanisch. Wenn man mir also „Schöntachnoch“ wünscht, sage ich danke – ebenso mechanisch.

Viel netter ist es doch, irgendwie persönlich ins Gespräch zu kommen. Seit einiger Zeit lasse ich mir z.B. überhaupt keine Plastiktüten mehr geben und das wurde schon einige Male positiv vom Verkaufspersonal bemerkt. Oder ich bedanke mich, wenn ich besonders nett bedient/beraten wurde und sage das auch so. Neulich habe ich eine Verkäuferin in der Buchhandlung gelobt, weil sie ein Buch so schön als Geschenk verpackt hat.

Welt: Bitte mehr echte Kommunikation und nicht so viele Phrasen. Das fände ich schön! Und Ihr so?

Chefs: Zwingt Eure Mitarbeiter nicht zum Phrasendreschen. Das nervt Eure Kunden nur. Die merken das nämlich ganz genau, wenn das nicht ernst gemeint ist. Danke.

In diesem Sinne wünsche ich Euch einen bezaubernden Abend mit Sonnenschein, netten Menschen und kühlen Getränken. Ganz ehrlich!

Bis die Tage

rDie fraumasulzke

4 Kommentare

  1. schön geschrieben! mich nervt dieses ‚thank you for calling xyz how may I help you?‘ ‚thanks for shopping at xzy have a good day‘ bla bla bla runterleiern ebenso! bei manchen Kassierern steht am Bildschirm der Text, den sie runterleiern sollen. Ich mag auch lieber persönliche Kommunikation, mit den Kindern ist das zum Glück einfach, der Kleine rennt zu jedem einzelnen Kellner hin und sagt : ‚fänk juuu for the coooffeeeee‘ und schwups ist es persönlicher als ‚thank you for supporting störböcks we appreciate it‘ 😉
    (deine Texte bringen mich übrigens immer zum Lachen^^) Schöntachnoch

  2. Danke für Deinen erheiternden Text! Auch wenn es ja eigentlich nicht zum Lachen ist, wenn – wie ich befürchte – diese oberflächliche Höflichkeit und aufgesetzte Freude immer mehr um sich greifen werden. Irgendwann haben wir hier nur noch so „amerikanische Verhältnisse“… dann sind wir alle aufgesetzt höflich und latent hysterisch… uah!

    In diesem Sinne: Schöntachnoch 🙂

    Und ein wunderbar sonniges und erholsames Wochenende,
    liebe Grüße
    Nicole

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