Perlen des Alltags: Nein mein Schnitzel ess‘ ich nicht, ich ess‘ mein Schnitzel NICHT

Moin Welt.

Wenn das Thema auf den Fleischkonsum zu sprechen kommt – und das tut es aus Gründen – ja ziemlich oft und ich dann erwähne, dass mein Sohn Vegetarier ist, dann kommt unter Garantie das Argument: „Ist das denn gesund für ein Kind, kein Fleisch zu essen? Die brauchen doch die Mineralstoffe…“

Wenn dann geklärt ist, dass weder ich noch mein Mann Vegetarier sind, kommt dann an: „Naja das ist bestimmt so eine Phase, die vorbei geht. Das hatte Bärbel-Chantal auch mal“. Nein, es ist keine Phase. Er macht das, seitdem er 6 ist, also seit 5 Jahren und er meint das verdammt ernst. Noch nicht mal Gummibärchen kommen aus der Tüte – wegen der Gelatine. Und das finde ich für ein Kind in dem Alter echt konsequent, wenn alle anderen naschen und er muss zugucken.

Als er damals sagte, er will kein Fleisch mehr essen wegen der Tiere und auch, weil es ihm nicht schmeckt, haben wir auch gedacht, es sei eine Phase. Haben gesagt, das Fleisch kannst Du Dir ja aus der Sauce rausnehmen oder dann gibt es eben kein Würstchen für Dich. Als er das eine Zeitlang mit Todesverachtung gemacht hat und irgendwann dann mal heulend aus der Carbonara-Sauce die mikroskopisch kleinen Schinkenwürfelchen einzeln rausgepult hat, habe ich dann angefangen zu glauben, dass er es wirklich ernst meint. Also haben wir ihn im Hort für das vegetarische Mittagessen angemeldet und kochen seitdem (noch mehr als vorher) ohne Fleisch. Das geht erstaunlich gut, oftmals wird das Fleisch ja sowieso extra zubereitet. Und seitdem ißt er kein Fleisch mehr, keine Gesichterwurst, kein Schnitzel, kein Grillwürstchen, keine Gummibärchen.

Ich muss ehrlich sagen, ich weiss es nicht, ob es irgendwie schädlich ist für ein Kind, KEIN Fleisch zu essen. Es gibt dazu viele Meinungen (unser Kinderarzt meinte, als ich ihn darauf ansprach, wenn das Kind abwechslungsreich und gesund ernährt wird, geht es auch ohne Fleisch). Ich weiß nur, dass ich mein Kind nicht dazu zwingen will kann, Fleisch zu essen. Er mag es einfach nicht. Der kleine Herr Masulzke hat schon immer gern alle möglichen Sorten Gemüse (auch bei Kindern so unpopuläre Dinge wie Spinat, Broccoli „Mama, aber ich mag nur die Bäume, nicht die Stämme!“ oder Rosenkohl gegessen und auch wenn ihm etwas auf Anhieb nicht so zusagt, probiert er immer. Ausserdem mag er auch gern Tofu (was ich nicht so ganz nachvollziehen kann, aber gut, jeder hat so seine Vorlieben ;o)).

Deshalb ist diese Lösung für ihn und für uns ok so. Und die anfängliche Besorgnis, ob er genug Vitamine und Mineralstoffe zu sich nimmt, hat sich wirklich komplett zerstreut, denn auch ohne Würstchen hat er sich bisher ganz prächtig entwickelt.

Hat einer von Euch vielleicht auch ein vegetarisches Kind? Wie geht ihr damit um?

Bis die Tage

Die fraumasulzke

6 Kommentare

  1. Hallo Merle,
    Ich habe hier auch ein vegetarisches Kind. Er ist 10 Jahre und isst seit ca 1 Jahr kein Fleisch mehr, wegen der Tierhaltung und weil es ihm nicht schmeckt.
    Da ich selbst auch seit Kindertagen kein Fleisch esse (weil es mir einfach nicht schmeckt), finde ich das gar nicht schlimm. Ich finde es sogar super! Mir ist viel wichtiger, dass er Milch, Joghurt, Obst und Gemüse isst. Und das alles liebt er!
    Ich finde immer, je weniger Aufhebens man um das Thema Essen macht, desto leichter ist der Umgang damit.
    Mein Mann und das Tochterkind sind übrigens echte Fleischliebhaber. Daher kommt bei uns immer viel Gemüse mit ein bisschen Fleisch auf den Tisch. Und jeder nimmt sich halt, was er will.

    Liebe Grüße
    Tina

    • fraumasulzke

      10. März 2016 at 16:35

      Genauso sehe ich das auch, liebe Tina. Sehr beruhigend, dass es anderswo genauso ist. LG Merle

  2. Mit Erfahrungen bei Kindern kann ich nicht dienen.
    Aber Zwang erscheint mir falsch. Ich selbst esse seit Jahren gekauftes Fleisch, schlicht weil mir die Tiere unendlich leid tun und ich das respektlose Verhalten dem Lebewesen gegenüber nicht unterstützen will. Ich habe den Luxus, dass meine Familie einen kleinen Bauernhof hat. Das Fleisch von dort esse ich gerne und mit Genuss, weil ich weiß, dass die Tiere ein gutes Leben hatten. So erscheint mir der Kreislauf in Ordnung und ich kann auch auf die Eier vor dort zurück greifen.
    Hätte ich das nicht, würde ich wohl ganz mit dem Fleisch aufhören.
    Liebe Grüße und ich bin sicher, solange dein Sohn sich insgesamt gesund ernährt, ist Fleisch nicht das Problem.

  3. Bewundernswert wie dein Sohn das durchzieht. Meiner hatte auch schon vegetarische Phasen, weil ihm die Tiere eigentlich auch leid tun, aber er mag Fleisch sehr gerne, so dass er bisher nie länger als zwei Wochen durchgehalten hat, aber er darf entscheiden wie er sich ernähren will, solange es nicht total ungesund ist. Ich ernähre mich vegetarisch, inzwischen sogar überwiegend vegan, und habe ab und zu Probleme mit meinem Eisenwert, seit ich kein Fleisch mehr esse noch mehr als vorher, zumal bei mir noch andere Faktoren dazu kommen, wie Ausdauersport und monatlich hoher Blutverlust. Deshalb habe ich zu dem Thema ein bisschen recherchiert und dabei auch gelesen, dass man bei vegetarischen Kindern, vor allem in der Pubertät und wenn sie Ausdauersport machen, den Eisenwert im Blick behalten soll.
    Liebe Grüße
    Biggi

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