Der Frisur. Oder: Buchempfehlung

Moin Welt.

Letztens hatte ich mal wieder nix zu lesen. Das passiert mir eigentlich öfter mal. Trotzdem lerne ich nix draus. Ich merke ja, dass mir die Bücher so langsam zu Neige gehen, aber so lange ich noch was zu Lesen habe, kümmere ich mich eigentlich wenig um Nachschub. Und dann stehe ich immer mal wieder da, habe alles durch und sitze auf dem Trockenen. Es soll ja Leute geben, die ungelesene Stapel rumliegen haben und nicht hinterherkommen. Wie macht ihr das?

Natürlich gibt es Notfallbücher, die ich entweder schonmal gelesen habe. Oder welche, die ich mal angefangen habe und nie zu Ende gelesen habe…weil sie mich irgendwie beim ersten Mal nicht so gepackt haben…oder  weil auf dem Cover ein Mann mit einer Frisur drauf ist. So, wie bei strohfeuer von sascha lobo. Der mir natürlich als Internet-affine Person ein schon irgendwie ein Begriff ist. Trotzdem muss ich gestehen, dass ich insgeheim immer so dachte, also wer in dem Alter noch mit so einer Frisur rumläuft…Ich verband seine Person immer mit der-wird-eingeladen-wenn-in-irgendeiner-Talkshow-einer-der-was-zum-Thema-Internet-sagen-soll.

Und nun habe ich also neulich sein Buch strohfeuer in die Hände bekommen und habe es quasi direkt mal verschlungen. Warum mir das so gut gefallen hat?

Dazu ein kleiner Exkurs in meine Vergangenheit: Die älteren unter uns können sich sicher noch gut an die sogenannte Dotcom-Blase um die Jahrtausendwende erinnern…als eine Firma nach der anderen aufmachte, alle mit irrwitzigen Internet-Geschäftsmodellen, die alle wahnsinnig schnell groß werden wollten…die alle planten an die Börse zu gehen und von denen es keine einzige mehr gibt? Bingo. Und in genauso einer Firma habe ich genau zu der Zeit gearbeitet. Und genau davon handelt das Buch. Und genau so wie in dem Buch war es auch in echt. Wirklich gruselig. Und der Herr Lobo hat das sehr exakt aufgeschrieben, wie das damals so lief in diesen Firmen. Die genaue Geschichte ist gar nicht so wichtig, hauptsächlich handelt es von den größenwahnsinnigen Geschäftsführern, die außer von ihrem Größenwahnsinn wirklich von NIX eine Ahnung hatten…von der Tatsache, dass die Anzahl der Mitarbeiter ein Statussymbol war…und dass man quasi rund um die Uhr in der Agentur zu sein hatte – egal, ob man arbeitete oder nicht, Hauptsache anwesend. Und natürlich der Tischkicker, der zum guten Ton gehörte, die Agenturpartys (die zugebenermaßen legendär waren)…und schließlich die Insolvenz, die sie alle alle dahingerafft hat.

Ich hab mich wirklich über Seiten hinweg totgelacht. Wahrscheinlich wirklich witzig nur für Leute, die es damals am eigenen Leib miterlebt haben…wenn nämlich nicht, kann man es echt kaum  glauben, was in diesem Buch so drinsteht. Und um ehrlich zu sein: damals fanden wir das ganz und gar nicht witzig…

Herr Lobo kann sich das auch nicht ausgedacht haben, dafür ist das zu realistisch. Aber glaubt mir. Genau.so.war.es.wirklich.

Und was lernt uns das? Definiere nie einen Mann über seine Frisur!

Bis die Tage

Die fraumasulzke

2 Kommentare

  1. Genau. Schon gar nicht, weil irgendjemand, den man mal kannte, irgendwann auch so eine Frisur hatte. Sascha Lobo liebe ich übrigens sehr. Sein Kolumne ist so ungefähr das Einzige, was ich auf SPON noch lese. Guter Buchtipp. Merke ich mir.

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