Shibori – Färben auf klassisch japanische Art mit Indigo

Moin Welt.

Ich liebe es ja, neue Dinge zu lernen. Zumal, wenn es irgendetwas ist, was ich mit meinen Händen machen kann. Wahrscheinlich hat das mit irgendwelchen neuronalen Verknüpfungen zu tun, aber eigentlich macht es einfach nur Spaß. Jedenfalls habe ich mich total gefreut, als neulich eine Einladung von Christiane aka rennadeluxe kam, bei ihr die klassische Färbemethode „Shibori“ kennenzulernen und auszuprobieren. Natürlich hatte ich die im wunderschön grafischen Stil in blau-weiß gehaltenen Muster schon vorher gesehen und war ziemlich neugierig darauf, mit welchen hochkomplizierten Falttechniken man das so toll hinbekommt.

Nach der netten Begrüssung in Christianes von der Abendsonne lichtdurchfluteten Atelier,

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bekamen wir einen ersten Einblick in die Kunst des Shibori-Färbens. So ist es z.B. so, dass japanische Shibori-Meister 10 Jahre Ausbildung machen müssen, bevor sie sich Meister nennen dürfen und das gilt dann nur für EIN Muster. Gefärbt wird traditionellerweise mit Indigo, man darf aber auch andere Farben nehmen. Indigo ist aber am tollsten – dazu weiter unten mehr. Und natürlich liebe ich blau-weiss sowieso am meisten.

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Hier erklärt Christiane die verschiedenen Falttechniken und Muster

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Erstaunt war ich dann über die relative Schlichtheit der Falt- und Rolltechniken. Bis dato kannte ich an Batiktechniken nur das in den späten 70ern in Kellern der Evangelischen Gemeindehäusern praktizierte Abbinden mit Paketband und dann Eintauchen in vorzugsweise orange Farbe. Da kamen dann die bekannten Kreise raus und fertig. Beim Shibori gibt es bestimmte Techniken um z.B. Linien oder Quadrate, oder aber Waben oder Kreise zu erhalten. Und ü-ber-haupt nicht schwer. Haben wir dann nämlich direkt ausprobiert und eingefärbt. Und dann kam der magische Moment. Wenn der gefärbte Stoff nämlich frisch aus dem Indigo-Sud kommt, ist er gelblich-grün und durch die Reaktion mit dem Sauerstoff entwickelt sich über verschiedene Farbschattierungen von Grün und Petrol das wunderschöne Indigoblau. „It´s magic“ wie Christiane sagte. Und „man kann nichts falsch machen – jedes Muster ist einzigartig und schön“.

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hier sieht man sehr gut, dass die Farbe noch grün ist

Und das ist tatsächlich so. Jedes Stück Stoff, das aus dem Sud kam und sich langsam entfaltete wurde mit Jubeln und Bewunderung aufgenommen. Jedes war irgendwie anders und alle irgendwie wunderschön.  Und alle haben sich total gefreut – das war richtig toll.

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Ich habe mich zum einen für klassische Linien entschieden…

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…und zum anderen für so ein grafisches diagonales Muster. Was soll ich bloß daraus machen? Kissen? Tasche?

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Bis die Tage

die fraumasulzke

6 Kommentare

  1. Schwester ES

    1. August 2016 at 9:26

    Das ist wunderschön! Könnten wir so eine Färbeaktion mal zusammen machen? Würde mir sehr gefallen…Gruß in die alte Heimat 🙂

  2. Liebe Merle, die Muster sind so wahnsinnig schön geworden. Ich möchte das unbedingt auch mal ausprobieren. Vielen Dank fürs zeigen 🙂 LG Judith

  3. Habe schon Farbe gekauft..zwar kein Indigo…wo bekommt man das ?….jedenfalls mag ich blau weiß sehr…und toller Tip ein T Shirt zum Probieren mit reinzutun.
    LG schurrmurr

    • fraumasulzke

      10. Juli 2017 at 19:18

      Das kann ich Dir leider nicht sagen, wo man Indigo bekommt, ich hab es ja im Rahmen des Workshops gefärbt…

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