Sommerlektüre – Buchempfehlungen

Es soll ja Leute geben, die haben ständig ungelesene Bücherstapel rumliegen und kommen nicht hinterher – was mir ehrlich gesagt, ein Rätsel ist. Ich habe IMMER zu wenig Lesestoff und leide an ständiger Buchverarmungsangst. Ok, es gibt 2 Ausnahmen, jeweils ca. 4-6 Wochen nach Geburtstag und Weihnachten, da habe ich genug Auswahl. Ehrlich gesagt gehöre ich auch zu den Leuten, die gerne mal 2 (oder auch mehr) Bücher gleichzeitig lesen und gern noch das eine oder andere Magazin nebenbei. Was ich eigentlich sagen will, ich lese immer. Nicht nur im Urlaub, da aber dann auch gerne mal ein Buch in 2 Tagen.

Generell ist mein Geschmack ja eher breit gefächert und so lese ich eigentlich auch alle Genres gern, ich würde höchstens eine Rangliste aufstellen, bei der so Liebes- oder Frauenromane und Krimis eher am unteren Rand stehen. Trotzdem gibt es einige Krimireihen, die ich sehr liebe, z.B. die von Jörg Maurer um Kommissar Jennerwein, obwohl mir das neueste doch ziemlich schnellschnell runtergerissen erschien. Ich bin ja gar nicht streng, aber 3 noch offene Handlungsstränge am Ende finde ich unschön.

Gleichzeitig habe ich abends vorm Einschlafen versucht, mich dem Buddhismus anzunähern (finde ich schon seit Jahren spannend) und „Die Essenz der Lehre Buddhas“ vom Dalai Lama gelesen. Ich bin grandios gescheitert und habe irgendwann aufgegeben. Ich habe es einfach nicht verstanden. Was sicher auch daran liegt, dass sich das zutiefst philosophische  Wesen des Buddhismus nicht mal eben so vorm Schlafengehen erfassen lässt. Vielleicht irgendwann 2. Versuch – dann aber tagsüber.

Ein tolles Urlaubsbuch ist „Couchsurfing im Iran“ von Stephan Orth. Ein Reiseland und ein Reisemodell, was mir zutiefst fremd ist, was aber beides eine Menge Erlebnispotential bietet. Also für den Autor. Für mich wäre Couchsurfing ein ziemlicher Albtraum. Sehr witzig teilweise und mit viel Empathie für die Bewohner dieses interessanten Landes geschrieben (ich habe in meiner frühen Jugend (natürlich) „Nicht ohne meine Tochter“ gelesen und bin seitdem irgendwie mißtrauisch gegenüber dem Iran, was natürlich völliger Blödsinn ist. Gerade deshalb fand ich dieses Buch vielleicht so gut, weil jemand nicht über die politische Situation schreibt, sondern über die Menschen).

Ganz großartig ist „Macht“ von Karen Duve. Die liebe und verehre ich sowieso und eins meiner absoluten Lieblingsbücher ist „Anständig essen“ von ihr. Das neue ist schon ziemlich krass. Es geht um eine Art Dystopie in näherer Zukunft. Fleisch gibt es nur noch gegen Marken, dafür nehmen alle Pillen, die die Jugend bewahrt. In der Geschichte geht es um einen Mann, der seine Frau im Keller gefangen hält, eigentlich nur, weil sie ihn nervt und weil er es kann. Sehr subtil, aber auch böse und oft komisch geht es in diesem Buch letztendlich darum – ja – wer die Macht hat. Absolut lesenswert!

Heinz Strunk kennt man ja auch. Spätestens seit „Fleisch ist mein Gemüse“. In seinem neuen Buch „Der goldene Handschuh“ geht es um die Geschichte des Frauenmörders Fritz Honka und seinen Opfern. Dieses Buch ist ein bisschen wie ein Unfall. Man muss immer wieder hingucken. Er bekommt das Meisterstück hin, dass man sowohl mit den Opfern als auch mit dem Täter Mitleid hat. Ein wahnsinnig spannendes, rührendes, auf jeden Fall be-rührendes, zutiefst menschliches Buch. Zart besaitete Liebesroman-Leserinnen sollten das aber vielleicht eher meiden.

Wenn noch jemand einen Tip hat für tolle Bücher, immer her damit.

Bis die Tage

Die fraumasulzke

4 Kommentare

  1. Bist ja eine richtige Leseratte. Ich lese auch ganz gern und besonders im Urlaub. Auch quer Beet. Am besten hat mir in letzter Zeit der Roman Blackout gefallen. Es geht um einen Europäischen Stromausfall. Verschiedene Geschichten rund um dieses Ereignis werden erzählt. Das Besondere an diesem Buch ist, dass es eines der best recherchierten Bücher ist. Der E-Fall wurde sehr gut nachgezeichnet und wenn die Geschichten nicht so spannend erzählt wären, könnte es fast ein Sachbuch sein. Wirklich lesenswert. LG Undine

    • fraumasulzke

      11. September 2016 at 18:43

      Das bin ich – schon immer gewesen. Danke für den Tip, ich stimme Dir zu! Ich kenne es nämlich schon 😉 LG Merle

  2. Also, wenn Couchsurfing schon ein wenig denkbares Reisemodel sein soll – wie undenkbar muss es da sein, mit einem Kühlschrank im Gepäck zu reisen? Sprich: Es gibt noch mehr Reiseberichte der etwas anderen Art, und in diesem Zusammenhang empfehle ich immer gerne „Round Ireland with a Fridge/Mit dem Kühlschrank durch Irland“ von Tony Hawks: Nach einer durchzechten Nacht muss Tony erkennen,dass er eine Wette abgechlossen hat: Nämlich Irland innerhalb eines Monats entlang seiner Küste zu umrunden – mit einem Kühlschrank als Reisebegleiter. Auskneifen gilt nicht, also macht er sich auf den Weg………

    • fraumasulzke

      11. September 2016 at 22:42

      Kinners, ihr seid echt so gut – ihr trefft genau meinen Geschmack! DANKE! Aber auch dieses Buch kenne ich schon und liebe es! Es gibt auch noch ein Nachfolgebuch, wo er irgendwie einen Hit landen will. Ist aber lange nicht so gut wie das mit dem Kühlschrank. LG Merle

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