Erlesen: „Um es kurz zu machen“ von Meike Winnemuth

Liebe Frau Winnemuth (oder darf ich Meike sagen? Ich würde Dich ja so einschätzen, dass es ok ist),

normalerweise fange ich meine Posts ja immer mit „Moin Welt“ an – die darf auch gerne mitlesen, die Welt, aber heute möchte ich endlich mal loswerden, was ich Dir schon immer mal sagen wollte.

In meinem letzten Post zum Thema Lesen habe ich ja schon geschrieben, dass ich an chronischen Buchmangel leide und jetzt die Tage war es mal wieder soweit. Und da flattert mir doch tatsächlich Dein Buch als Rezensionsexemplar ins Haus. HACH! Was für eine Freude!

Eigentlich kennen wir uns nämlich schon ganz lange, obwohl Du das möglicherweise wahrscheinlich gar nicht weisst. Als Du nämlich in den 90ern bei der „amica“ Redakteurin warst – und ich als kleine Studentin genau in dem Verlag gejobbt habe – hatte ich natürlich deshalb immer die neuste Ausgabe dieser Zeitschrift und schon damals waren die Kolummnen und Artikel ein Highlight! Unvergessen, wie Du über den Besuch beim Schönheitschirurgen geschrieben hast. Oder die Kolumnen zusammen mit dem Typen da (weiß gar nicht mehr, wie der bloß hieß) – einmal aus Deiner weiblichen Sicht und zum selben Thema von ihm. Der Swingerclub! Das war echt großartig. Und dann hast Du auch noch in derselben Muckibude trainiert wie ich! Ich saß also auf dem Fahrrad hinter Dir, habe mich ständig gefragt „Ist sie das? Natürlich ist sie das“ und wie ich um Himmelswillen was absolut lässigcoolesgeistreiches sagen könnte, damit ich Dich kennenlernen kann. Hab mich natürlich nie getraut – nur aus der Ferne strampelnderweise angehimmelt.

Natürlich habe ich sehr gerne das Buch mit der Reise gelesen. Und jetzt das neue „Um kurz zu machen“ – ein Buch mit Kolumnen aus den Jahren 2009 bis 2015.

Liebe Meike, wie kann man denn nur so klug sein und gleichzeitig soviel Humor haben?

Das Buch ist in verschiedene Themenbereiche (z.B. Lieben, Hassen, Trödeln, Aussehen…) aufgeteilt und so oft immer habe ich innerlich begeistert zustimmend genickt und äußerlich wirklich Tränen gelacht (das mit dem Herrendeo!!…dass die neumodischen Autos alle so fies gucken (ist dir schon dieser eine japanische Kleinwagen aufgefallen, der so aussieht wie ein Startrooper?), Liegefahrräder (die Veganer unter den Fahrradfahrern) JAJA!! Von Komplimente-annehmen-können über Sexiness männlicher Unterarme bis Fahrradkorbmüll ist alles dabei. Und am aller-aller-schönsten finde ich, dass Du erst so schön lästern kannst und dann aber einfach mal ausprobierst, um zu sehen, ob es wirklich so scheiße ist. Ganz groß finde ich das. Und dann auch todkomisch und oft – ja – richtig weise und – wie ich finde – zutiefst authentisch.

Von Herzen Danke für 2 Nachmittage (ich hab extra langsam gemacht, damit ich länger was davon habe) für unglaublichen Lesespaß und auch ner Menge Anregung für nachdenkliche Momente.

Und Welt: ganz große Leseempfehlung!

Vielen Dank für dieses Vergnügen – und ich himmel Dich weiter gerne an (auch aus der Ferne)!

Beste Grüße

Merle

P.S. Das Buch wurde mir vom Knaus-Verlag kostenlos zur Verfügung gestellt. Ich bedanke mich ganz herzlich dafür. Auf meine Meinung hat das keinen Einfluss.

2 Kommentare

  1. Herrlicher Beitrag, gibt es die Amica noch? Die habe ich auch gelesen, Gott ist das lange her. LG Undine

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