Perlen des Alltags: Was die Zombie-Apokalyse mit sauberen Schlüppis zu tun hat

Moin Welt.

Musstet Ihr zuhause helfen? So als Kinder meine ich? Ich eigentlich wenig, aber igendwann hat meine Mutter beschlossen, sie macht jetzt nix mehr und dann stand ich da und musste mir selbst Bügeln beibringen.

Der kleine Herr M. ist jetzt fast 12 und so gewisse Dinge kann er jetzt durchaus mal übernehmen, finde ich. Er nicht. Wenn ich mit befreundeten Mädchen-Muddis  über dieses Thema spreche und mir dann Handy-Fotos von selbstgebackenen Kuchen, 3-Gänge-Menüs gezeigt oder Geschichten vom gedeckten Frühstückstisch erzählt werden, bin ich immer vollkommen erstaunt. Mein Sohn behauptet, er wisse noch nicht mal, wo die Kochlöffel aufbewahrt werden (in einem Krug direkt neben dem Herd).

Ich finde ja nix schlimmer, als wenn junge Männer so lebensunfähig sind und behaupten, sie wüssten ja nicht, wie man eine Spülmaschine einschaltet. Wohlgemerkt dieselben jungen Männer, die seit ihrer frühesten Kindheit ganze Welten in Minecraft erschaffen und ihre Drohnen so programmieren, dass Sie vom örtlichen Schwimmbad Bikinibilder in Dauerschleife senden. Also dringend Zeit, etwas zu unternehmen, bevor der kleine Herr M. zu so einem jungen Mann wird.

Natürlich kann man nicht von heute auf morgen selbstgebackene Kuchen erwarten, aber so langsam muss man anfangen, dachte ich mir neulich. So habe ich mir also den kleinen Herrn M. geschnappt mit den Worten: „Komm mal mit, ich zeig Dir jetzt mal, wie man wäscht!“. Er – gerade am PC irgendwelche ausgeklügelten Dinge in Minecraft programmierend – : „Mennoooooo – warum denn?“. Unausgesprochen schwang natürlich mit: „Wieso soll ich das lernen, du machst das doch immer für mich“ oder auch „Ey Mudda. Nerv’nich“.

Zum Glück bin ich gelegentlich dann doch einigermaßen schlagfertig und habe geantwortet: „Stell Dir mal vor, morgen passiert die Zombie-Apokalypse und ich werde hingemeuchelt. Dann stehst Du da und weißt nicht, wie man eine Waschmaschine bedient!“ . Mann, fand ich mich witzig! Darauf meinte er:“ Ich glaube, dann habe ich andere Probleme“. Aber grinsen musste er trotzdem.

Mein Muddi-Argument hat dann natürlich den Ausschlag gegeben: „Saubere Schlüppis haben noch nie geschadet“. Und was will man darauf antworten? Eben.

Bis die Tage

Die fraumasulzke

11 Kommentare

  1. Du sprichst mir mit deinem Beitrag aus dem Herzen. Als Mädchen- und Jungsmama kann ich dir versichern, dass es KEINE Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt, was die Begeisterung für Hausarbeit angeht! Dein Beitrag ist eine echte Perle des Alltags. LG Undine

  2. Ich kann da, inzwischen, schmunzelnd mitlesen, bei zwei „großen“ Kindern. Erinnerung ist da eine ganz tolle Sache, da wird locker selektiert und glofiziert: Meine Kinder haben mir, als alleinerziehender, beruftätigen Mutter, den Haushalt geschmissen! Echt! 😉 Ab und an! 😀 Hatten sie nämlich in Echtzeit nicht. Doch sie wussten, je mehr sie mich unter der Woche unterstützten umso eher gab es am Wochenende entspannte Gemeinsamkeit.
    Wenn sie dann schliefen reparierte ich den malträtierten Staubsauger, weil er eben nicht alles problemlos schluckt, oder brachte die verfärbte Wäsche (Marke dunkle Socke bei meinen Lieblings-T-Shirts) zu meiner Mutter zum Entfärben, packte nach dem dritten verfilzten Pullover keins meiner handgestrickten Teile mehr in die Schmutzwäsche und klebte die Bedienungsanleitung vom Staubsauger in den Putzschrank.
    Irgendwann spielte sich ein gemeinsamer Haushaltsnachmittag in der Woche ein, belohnt durch Pizzaessen im Anschluss.
    Ihr schafft das, 😉
    Viele Grüße,
    Karin

    • fraumasulzke

      2. Oktober 2016 at 18:02

      Das lässt hoffen 🙂 Nee er macht das schon ganz super – und ein bisschen Humor hilft sowieso immer, finde ich! LG Merle

  3. Knapp 12jährige Mädels machen auch nichts im Haushalt und wollen das auch gar nicht. Aber ein 9jähriger kleiner Bruder hat angekündigt, morgen ein Frühstück zu kredenzen. Er hat schon mal Zitronen dafür ausgepresst. Es bleibt spannend …

    Und das Argument mit den Schlüppis würde bei meinen überhaupt nicht ziehen 😂

  4. innenlebenkathrin

    3. Oktober 2016 at 11:23

    Herrlich! Ich lache Tränen, die Zombie-Apokalypse war eine klasse Idee! – Ich kenne das Thema nur zu gut, meiner ist zwar erst knapp 9 aber manchmal gibt es auch diese Situationen! Wir bekommen das schon hin würde ich sagen! Tschakka! Liebe Grüße, Kathrin

  5. Ich musste sooo grinsen bei deiner Geschichte …. sie ist ja so wahr!
    Meine Tochter ist jetzt „groß“ und wohnt in einer Studentenbude, die ich nur alle paar Monate mal zu Gesicht bekomme. Und das nur nach Vorankündigung, versteht sich. Denn Äufräumen ist auch bei Ü20 nicht immer so selbstverständlich …. 😉
    Nee – im Ernst – im Großen und Ganzen bin ich dolle stolz, dass das Mädel nach dem Auszug auf einmal alles selbst hinbekommt, was früher irgendwie gar nicht auf den Schirm passte. Tja – kommt Zeit, kommt Rat.
    Herzliche Grüße
    vonKarin

    • fraumasulzke

      12. Oktober 2016 at 21:31

      Hallo Karin, das lässt doch wirklich hoffen 🙂 und anscheinend ist es eben doch nicht nur bei den Jungs so…LG Merle

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