Merle-Perlen des Alltags: ABCFee

Moin Welt.

Bei Fees im Blog *klick gibt es in unregelmäßigen Abständen Beiträge zu bestimmten Buchstaben des Alphabets und als ich ihren Beitrag über ihren nicht-alltäglichen Namen gelesen habe, dachte ich mir, das ist ein Superthema für meine Perlen des Alltags. Bei mir ist das nämlich irgendwie alles so ähnlich und doch ganz anders als bei Fee.

Soweit ich weiß, habe ich den Namen Merle bekommen, weil meine Eltern ein Faible für nordische Namen hatten (meine Geschwister haben jedenfalls auch nordische Vornamen) und weil man ihn schlecht abkürzen kann. Ich habe auch keine Zweit- oder Drittnamen. Leider – als Kind fand ich das immer total spannend, wenn die Freundin, die man eigentlich nur als „Tanja“ oder „Susanne“ kannte, auf einmal offenbarte, dass sie noch „Jolante Elisabeth“ oder „Bärbel Sophie“ heisst. Nach der Omma,  alten Erbtanten oder einfach so. Das war immer so eine Mischung aus Neid (die hat mehr Namen als ich) und Gänsehaut (wenn der coole Typ aus der 10a rausfindet, dass jemand „Bärbel“ heisst, hast du doch bis in alle Ewigkeit bei dem verloren). Natürlich musste man SCHWÖREN, dass NIENIENIE jemanden zu verraten. Vor allem dem coolen Typ aus der 10a nicht.

Sowie man einen Namen hört, entsteht ein Bild im Kopf – so wird man ein Kind namens „Jason-Justin“ nie in Adelskreisen vermuten und einen „Constantin-Viktor“ nicht im bildungsfernen Hartz IV-Milieu. Ob diese Namen nicht tatsächlich hier oder dort zu finden sind, sei dahingestellt. Das Bild entsteht und man kann sich kaum dagegen wehren.

Das ist auch für Eltern eine Riesenverantwortung den richtigen Namen zu finden, finde ich. Ich habe manchmal die leise Befürchtung, dass manche Eltern niemals den Vor- und Nachnamen mal zusammen ausgesprochen haben oder sich keine Gedanken darüber machen, dass ihr winzigkleiner Janosch-Pelle irgendwann auch kein zahnlückiger 5-Jähriger sein wird, sondern ein miesgelaunter Teenager oder vielleicht auch mal BWL-Student oder Vorsitzender der Deutschen Bank. Vielleicht wird er sich dann Per nennen müssen – wer weiß? Oder könnt Ihr Euch z.B. einen straighte Unternehmensberaterin namens Luna-Emma Klötenströter vorstellen? (Da entsteht bei mir im Kopf übrigens das Bild einer Paartherapeutin mit Fokus auf Urschrei- und Farbentherapie).

Merle ist übrigens eigentlich gar nicht nordisch, sondern französisch und bedeutet „Amsel“. Und den Witz mit der „merde“ habe ich im übrigen auch schon 1.000 x gehört. Genauso wie Merle-Perle. Früher fand ich das ziemlich blöd, so einen ungewöhnlichen Namen zu haben und da ich schon immer ziemlich groß war, hieß es dann „ach die große Blonde mit dem komischen Namen“.  Oder auch: „Heißt Du WIRKLICH so?“ Ja, wirklich. Was hätte ich darum gegeben, Tanja oder Susanne zu heißen. Von mir aus auch Martina. Ein großer Traum wäre natürlich Viktoria gewesen (dann hätte ich nämlich als Spitznamen „Vicky“ haben können. Das fand ich toll als Kind. Ich glaube, das lag aber daran, daß die Besitzerin von Black Beauty auch Vicky hieß. Natürlich hatten die mit den häufigen Namen dann das Problem, daß es den Namen so oft gab, daß bei jedem „Carola?“ gefragt wurde: „Welche?“. Ich meine, mich zu erinnern, daß wir 4 Carolas in der Klasse hatten. Aber als Kind will man eben bloß nicht auffallen. Und wenn man durch Namen UND Größe auffällt, ist es doppelt doof.

Wegen meines Namens geärgert wurde ich übrigens nie. Merle-Perle fand ich irgendwie nervig, aber Perlen sind ja eigentlich was Hübsches und so ist es halt 2mal gesagt worden und als ich mich nicht angemessen darüber geärgert habe, nie wieder.

Witzigerweise ist nun auch noch mein Geburtsort Buxtehude. Ja, auch diesen Ort gibt es ganz wirklich. Der liegt NICHT neben Kleinkleckersdorf gleich um die Ecke vom Schlaraffenland, nein, es ist ein kleiner Ort in der Nähe von Hamburg. Auch hier löse ich regelmäßig Heiterkeitsstürme aus!

Mittlerweile habe ich mich nicht nur mit meinem Namen arrangiert, sondern mag ihn sehr gern. Ob Eltern da so einen 7. Sinn haben? Ich kenne Fee nicht persönlich, aber sie ist wohl sehr klein und da paßt der Name natürlich super. Wie albern wäre es, wenn ich mit meinen knapp 1,80 m Fee heißen würde!? Oder Lilly?

Neeneenee – das passt schon so ganz gut. Ich mag es, keinen Allerweltsnamen zu haben (obwohl man den Namen mittlerweile bei kleinen Mädchen ab und zu doch mal hört, er ist also nicht mehr ganz so ungewöhnlich wie früher) und ich habe mich auch damit arrangiert, die große Blonde zu sein. Ändern kann ich das sowieso nicht.

In diesem Sinne:

Vielen Dank für die Inspiration, liebe Fee und

bis die Tage

Die fraumasulzke, bzw. Merle aus Buxtehude 😉

6 Kommentare

  1. feeistmeinname

    19. Februar 2017 at 11:53

    Hallo Merle, wie lustig das doch manchmal ist: Ich kenne tatsächlich einige Merles und finde den Namen gar nicht so ungewöhnlich. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, da nachzufragen oder Witze zu machen. Aber gut, das mache ich sowieso nicht. Da ist man wohl sensibilisiert, wenn man einen eigenen, ungewöhnlichen Namen hat. Bei den allgemeinen Überlegungen bin ich ganz bei dir. Die habe ich bei mir nur ausgespart, damit es nicht überhand nimmt. Danke für deinen Beitrag, ich werde ihn gleich bei mir verlinken :)!

  2. So weit so gut, aber jetzt frage ich mich ja schon, ob Frau Klötenströter mit dem coolen Typen aus der 10a verheiratet ist oder ob sie von Geburt an so heißt 😉

    Wird wohl doch mal Zeit für Peyton und Chesney und die Schokoriegel 😊

    • fraumasulzke

      20. Februar 2017 at 6:21

      Den hat sie natürlich NICHT geheiratet, weil die die in der 10a cool waren, Maler und Lackierer geworden sind…

  3. Ich kannte deinen Namen auch schon vorher und mag ihn sehr. Passt doch super zu einer Hamburger Perle 🙂 . Hatte mit meinen doch auch etwas außergewöhnlichen Name nie ein Problem. Im Gegenteil! Deine Assoziationen teile ich übrigens uneingeschränkt. Liebe Grüße Undine

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