ErLesen: das Buch, das mein Leben veränderte

Moin Welt,

neulich las ich irgendwo von einer Blogparade zu dem o.g. Thema, habe es wahrgenommen, wieder vergessen (weil: nö. Also echt. Ich lese ja gern. Aber LEBEN VERÄNDERN ist schon stark!). Und wie immer arbeitet es dann doch in mir herum (Naja. Es gibt schon Bücher, die mich sehr geprägt haben. Vielleicht ist da doch eins?) – bis es dann BÄM klar war. NATÜRLICH gibt es da ein Buch. Und ich würde sogar behaupten, von all den tausenden Büchern, die ich in meinem Leben schon gelesen habe, ist dies wirklich das einzige, das mein Leben wirklich verändert hat. Nu seid ihr aber gespannt, ne?

Es ist „Endlich Nichtraucher“ von Allen Carr.

Wie es anfängt mit dem Rauchen

Dazu muss ich ein bisschen weiter ausholen. Damals, als ich jung war, war das Rauchen noch nicht so geächtet wie heute und es war durchaus cool, zu rauchen. So habe ich also meine allererste Zigarette von meiner rauchenden Tante stibitzt, fand sie eklig und habe mit 16 dann doch angefangen zu rauchen. Weil cool. Und dann habe ich geraucht und geraucht. Die Zigaretten wurden immer teuer („aber wenn die Schachtel bei 5 Mark ist, hör ich auf“  – hab ich natürlich nicht), die Lunge immer schwärzer – egal – ich hab gequalmt.

Wie es weitergeht

Ernsthaft versucht aufzuhören habe ich genau 1x – habe ein halbes Jahr durchgehalten, gedacht, ich hätte es nun geschafft und prompt wieder angefangen. Irgendwie hat es mich schon genervt und ich habe mal ans Aufhören gedacht, und einige Leute aus meinem Umkreis haben versucht, mit Hilfe es o.g. Buchs aufzuhören und hatten es geschafft. Naja, man kann ja mal reingucken. Habe es mir also gekauft und angefangen zu lesen. Das erste, was man in diesem Buch liest (also damals, ich hatte es länger nicht in der Hand, besitze es auch nicht mehr), ist folgendes: „Rauchen Sie, solange Sie dieses Buch lesen, soviel Sie wollen. Wenn Sie es durchgelesen haben, werden Sie aufhören und nie wieder rauchen“. Das fand ich soweit schon mal ganz beruhigend – also dass ich weiter rauchen durfte beim Lesen. Nicht das Versprechen mit dem Aufhören, das ist eher bedrohlich. Und was macht dann so ein echter Suchtraucher? Ich habe es natürlich NICHT bis ganz zu Ende gelesen.

Raucher haben immer Argumente, warum sie rauchen müssen

Bis ich eines Tages – es gab auch durchaus einen privaten Anstoß – gedacht habe, es reicht endgültig. Ich war 32, habe fast 2 Schachteln am Tag reingepfiffen. Mir ging es superdreckig  und mir wurde klar, ich rauche bereits die Hälfte meines Lebens. Also mit leiser Wehmut die letzte Zigarette geraucht, den Rest der Schachtel weggeworfen (das würde ein Raucher nie machen, der es nicht ernst meint) und mir nochmal das Buch vorgenommen. Diesmal ernsthaft. Und tatsächlich: Für alle meine Raucher-Argumente (die Entzugserscheinungen!!! Der Stress!!!) standen plausible, einleuchtende Argumente, warum es auch ohne Zigarette ganz gut geht und ich habe mich ganz einfach überzeugen lassen.

Beispiel? Sinngemäß steht z.B. beim Argument „Entzugserscheinungen“:  „Sie sind nicht drogenabhängig und Sie machen als Raucher ja sowieso jeden Tag einen Entzug von 8 Stunden durch, nämlich, wenn Sie schlafen. Die sog. Entzugserscheinungen sind so gering, dass Sie noch nicht mal davon aufwachen.“ Das hat mir einfach total eingeleuchtet und so habe ich zu Anfang jeden Tag, dann jede Woche, jeden Monat und jedes Jahr mit Freude und Erleichterung gezählt und war einfach nur noch froh, dass ich nicht mehr rauchen MUSSTE. Das Thema war einfach durch. Es war nicht so, dass es keine Momente gab, wo ich mehr als alles in der Welt eine Zigarette wollte – diese Momente gibt es übrigens heute noch, allerdings sind sie sehr selten – die muss man leider einfach überstehen. Und die Bereitschaft mitbringen, sich immer und immer wieder mit der Sucht auseinanderzusetzen. Und dieses Buch hat mir dabei echt geholfen. Nämlich, in dem es mich einfach überzeugt hat. Mit guten Argumenten und ohne zu missionieren.

Einfach überzeugend

Sehr lange Zeit habe musste ich mich ganz weit von Zigaretten aufhalten (was mir allerdings auch nicht schwer gefallen ist), weil ich enorme Angst hatte, wieder anzufangen und irgendwann kam der Moment, als ich – leicht angeschickert – an einer Zigarette gezogen habe. Und gottseidank – ich fand es total furchtbar. Allerdings bin ich immer noch auf der Hut, weil das Suchtgedächtnis einfach da ist und ich nie nie wieder rauchen will. So habe ich z.B. noch nie Shisha geraucht, obwohl ich das gern mal ausprobiert hätte. Ich bin quasi als trockener „Nikotiniker“ und werde mich hüten, irgendwas zu konsumieren, wo Nikotin drin ist.

Und weil das Leben als Nichtraucher einfach so viel schöner ist, hat dieses Buch mein Leben wirklich verändert.

Bis die Tage

Die Fraumasulzke

4 Kommentare

  1. Ich habe vor acht Jahren aufgehört. Einfach so, ohne Buch. Hat super geklappt und ich bin heute noch stolz auf mich. Und mir geht es genau wie Dir – mein Leben als Nichtraucher ist so viel schöner! Ich war und bin noch immer wie befreit. 😊👍🏼

  2. Ich habe das Buch auch gelesen gehabt, mehrfach. Und dann fiel mir ein Buch in die Hand, auch von Carr, in dem er zugab, bzw. erzählte, dass auch er rückfällig wurde. ARRGH, und ich auch.
    Es brauchte eine Ansage meines Zahnarztes, der ein halbes Jahr nach dem Einbau eines Implantats feststellte, es wackelt, Knochenschwund durch Nikotin und er ersetzt es nicht solange ich rauche. Der Gedanke vom Gebiss im Wasserglas auf dem Nachttisch erledigte die Sache.
    Das ist jetzt beinahe 13 Jahre her, doch ich weiß, eine Zigarette und ich bin wieder dabei.
    Viele Grüße,
    Karin

    • fraumasulzke

      23. Mai 2017 at 15:51

      Manchmal braucht es einen heilsamen Schock…LG Merle

      • Stimmt, aber das geniale war – ich sammle seitdem jeden 5€-Schein, wie früher 5-Mark-Münzen oder 2-Euro-Münzen für den Zigarettenautomaten. Nur kommen die jetzt, bzw. immer noch nach all den Jahren, in die „Ich-tu-mir-was-Gutes-Kasse“!
        Viele Grüße
        Karin

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