Wildkräuter für Anfänger – Naturschutz mit Messer und Gabel

Moin Welt.

Wisst Ihr, was invasive Neophyten sind? Nee, oder? Das sind Pflanzen, die irgendwann mal von woanders eingeschleppt wurden und sich hier so wohl fühlen, dass sie alles andere überwuchern und der heimischen Flora kaum noch Platz lassen. Was tut man dagegen? Man könnte z.B. die chemische Keule auspacken und alles ausrotten – dass das nicht wirklich gesund ist und dabei auch anderes kaputtgehen kann (man denke an die Bienen!), ist nix neues.

Was man aber auch tun kann – so der Ansatz von Peter Becker, den ich neulich im Rahmen seiner Wildkräuterwerkstatt *klick kennengelernt habe – ist: einfach aufessen.

Hört sich erstmal genial an, oder? Schmeckt das denn?

Herausfinden wollte ich das auf einer Wildkräuterwanderung (Veranstalter siehe unten). Leider war das Wetter an dem Tag ziemlich unbeständig und da wolkenbruchartige Regenfälle mit Gewitter angekündigt waren (und auch kamen), musste ein wenig improvisiert werden und so hatte der nette Herr Becker „schonmal etwas vorbereitet“, in diesem Fall wurde zur Einführung in das Thema „Wildkräuter“ folgende Schmankerl gereicht: ein Relish aus japanischem Knöterich (der zu diesen oben erwähnten Wucherern gehört) – schmeckte etwas nach Rharbarber, aber sehr lecker. Eine Paste namens „Newtella“ aus Eicheln (!)

– schmeckte ähnlich wie ein Fruchtriegel – und für mich der Höhepunkt: ein Pesto aus Gänseblümchen! Das haben wir dann auch direkt selbst hergestellt und WOW: das schmeckt vielleicht gut! Würzig und frisch und gar nicht blumig.

Zum Thema Hundepipi, das natürlich stante pede aufkam, wurde gesagt, dass man auch bei Freilandgemüse nie sicher sein könne und nach starken Regenfällen die Pflanzen eigentlich (egal wovon) wieder sauber seien. Natürlich sollte man auch darauf achten, WO man pflückt.

der Klassiker…

Als der Regen kurzfristig etwas nachließ, sind wir auch nach draussen gegangen und haben diverse Wildkräuter kennengelernt und gepflückt.

Aufgrund der gewittrigen Wetterverhältnisse war dieser Teil der Veranstaltung leider viel zu kurz, aber da konnte ja nun niemand was dafür! So einiges haben wir für unser Menü aber noch sammeln können, das wir dann alle zusammen gekocht haben.

Was soll ich sagen – es war wirklich alles total köstlich!

Es gab teilweise ganz neue ungewöhnliche Geschmackserlebnisse, z.B. beim Kuchen mit Mürbeteigboden wiederum aus Eicheln. Ich wusste bis dato ehrlich gesagt gar nicht, dass man Eicheln überhaupt essen kann. Man muss sie auch vorher bearbeiten, bevor das geht, nämlich wässern (um die reichlich vorhandenen Gerbstoffe zu entfernen), backen, Schale abpulen und dann mahlen. Schmeckt wirklich gut, irgendwie süsslich-nussig.

Außer dem Gänseblümchenpesto würde ich mich jetzt aber nicht wirklich trauen, mir eine Mahlzeit aus Feld und Wiese zusammenzuklauben, aber das Interesse ist geweckt!

Die Veranstaltung wurde übrigens organisiert vom Naturschutzhaus Weilbach *klick. Ganz toll, dass wir sowas in der Region haben, es gibt viele viele tolle spannende Vorträge, Exkursionen und Vorträge dort. Ich kann es nur empfehlen – es gibt auch ein tolles Außengelände mit Spielplatz, Bienen, Hühner und einen fantastischen Garten.

Bis die Tage

Die Fraumasulzke

P.S. Für die Transparenz: den Nachmittag inkl. tollem Wildkräutermenu habe ich selbst (gern) bezahlt.

 

1 Kommentar

  1. Nee, nä? Also auch auf die Kräuter gekommen! 😀
    Ich lerne ja seit September ’16 um im Oktober ’17 die Prüfung zur Kräuterpädagogin zu bestehen. Wenn das klappt kann ich das auch, wie dieser Herr Becker. Aber es ist noch ein langer Weg bis dahin.
    Einfach Gänseblümchen oder anderes zu pflücken würde ich Dir auch nicht empfehlen. Es ist ja nicht nur das Hundepipi auf der Pflanze, oder die Partikel von Autoabgasen. Irgendwas macht ja das Zeug auch in der Pflanze. Doch so ein paar Blüten aus dem Garten in den Salat oder Brennnessel in Brot, Nudeln & Co. zu verarbeiten ist super lecker.
    Auch wir haben gelernt, was Dich im Garten stört, essen! Giersch wenn er noch ganz jung ist, lecker. Brennnessel ist toll, bis hin zu den Samen im Herbst. Wilde Brombeere stutzen und die jungen Blätter für Tee sammeln.
    Das Rezept für das Gänseblümchen-Pesto würde mich schon interessieren. 😉
    Liebe Grüße,
    KArin

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