Kunst ist, wenn es was mit Dir macht – Besuch auf der documenta 14

Moin Welt.

Es gab mal eine Zeit – ich war noch sehr sehr jung – als mich moderne Kunst geradezu erbost hat. Ihr kennt sicher diesen Comic, wo ein Mann vor einer blauen Leinwand steht und in seiner Sprechblase steht „Das kann ich auch“ und auf dem Bild steht „Kannst Du eben nicht“? Ich fand es geradezu eine Frechheit, beispielsweise eine Leinwand eben blau anzumalen und sich dann hinzustellen und zu sagen, das ist Kunst. Irgendwann habe ich dann angefangen, Vincent van Gogh zu mögen, mich ein bisschen mit seiner Geschichte und seinem Werk zu beschäftigen und ihr wisst es ja sicher – dass van Gogh ja zu Lebzeiten nicht ein einziges Bild verkauft hat, weil er einfach wohl zu unerhört modern war. Das hat mir dann doch zu Denken gegeben.

Eines Tages habe ich dann mal eine Führung in einem Museum mit moderner Kunst mitgemacht und da ist mir klar geworden, dass viele moderne Künstler geradezu genial sind. Und meistens Humor haben. Der Trick ist nur, dass sich das im Werk nicht unbedingt sofort auf den ersten Blick erschließt. Moderne Kunst kann – muss aber nicht – gutes Handwerk sein. Man muss hingucken und sich befassen.

Kunst darf quasi alles. Und wenn jemand sich nämlich Gedanken gemacht hat, dann merkst Du das als Betrachter. Es macht was mit Dir. Das muss nicht unbedingt was Gutes sein. Wie oft steht man fassungslos vor einem Werk und versteht es nicht. Oder ist wütend. Oder ekelt sich. Aber genau dann hat es Dich schon. Und wenn man dann anfängt, sich mit dem Künstler und/oder dem Werk zu befassen, dann ist es ganz oft sehr sehr großartig. Und auf einmal versteht man (ok, manchmal), was die Künstler*in damit sagen wollte. Auch, wenn es eine blaue Leinwand sein sollte. Oder bunte Quadrate.

Deshalb kann ich Euch einen Besuch der documenta in Kassel nur empfehlen. Sie findet nur alle 5 Jahre für 100 Tage statt und zählt zu den weltweit bedeutendsten Ausstellungen in zeitgenössischer Kunst. Ich mag außerdem die meist riesigen, hellen Räume, in denen die Kunstwerke präsentiert werden.

Ganz praktisch muss ich jedoch dringend dazu raten, eine oder mehrere Führungen mitzumachen. Die Ausstellungsorte liegen weit verstreut im Stadtgebiet und sind kaum ausgeschildert, Shuttles gibt es auch nicht und die Hälfte der Zeit bin ich herumgeirrt.

Und wenn ich groß bin, dann studier‘ ich Kunstgeschichte!

Bis die Tage

Die fraumasulzke

2 Kommentare

  1. Gerade hatte ich mich damit abgefunden dieses Mal die Documenta nicht zu besuchen und nun kommst Du! 😉
    Jetzt dreht sich wieder die Denkschleife, …
    Viele Grüße,
    Karin

Kommentar verfassen

© 2017

Theme von Anders NorénHoch ↑

%d Bloggern gefällt das: