ErLesen: Sommerlektüre

Erlesen: Sommerlektüre

Moin Welt.

Als ich so durch die Bücher der letzten Sommerwochen durchgeguckt habe, ist mir aufgefallen, dass ich so ca. halbe-halbe Bücher aus Papier gelesen habe und auf dem ebook-Reader. Für unterwegs finde ich den mittlerweile unschlagbar. Was habe ich früher Kilos an Büchern in den Urlaub mitgeschleppt. Zuhause mag ich allerdings doch lieber Papier. Obwohl der Reader natürlich noch den Vorteil der Beleuchtung hat, so dass man den anderen nicht stört, weil man zum Lesen kein Licht anmachen muss.

Anyway. Irgendwie habe ich ziemlich viele Bücher in der letzten Zeit gelesen und es waren auch einige dabei, die mir nicht gut gefallen haben, die lasse ich jetzt mal weg. Oder soll ich Euch bewahren 😉 ?

Töchter einer neuen Zeit / Zeiten des Aufbruchs von Carmen Korn

Das Buch handelt von 4 Frauen, die alle um 1900 geboren wurden und in Hamburg aufwachsen, Freundinnen werden und zusammen älter werden. Eigentlich sind so Familiensagas gar nicht meins, aber dieses Buch hat mir richtig gut gefallen, zumal die Frauen in meiner Familie alle relativ früh selbst Kinder bekommen haben und ich noch bis Anfang 20 eine Uroma hatte, die Jahrgang 1904 war. Wahnsinn, was diese Generation alles mitgemacht hat, angefangen von den 2 Weltkriegen, Inflation, Weimarer Republik, Wiederaufbau, die deutsche Trennung und Wiedervereinigung…Das Buch ist anfänglich etwas anstrengend zu lesen, weil die 4 Geschichten quasi parallel erzählt werden und man immer überlegen muss, wer war jetzt noch mal welche. Irgendwann hat sich das aber eingespielt und ich habe es quasi weggesuchtet. Natürlich habe ich es auch so gern gelesen, weil es in Hamburg spielt und ich vor meinem inneren Auge die Schauplätze alle kenne.

Das erste Buch endet mit einem Cliffhanger der übelsten Sorte und so musste ich direkt das 2. Buch hinterher lesen. Und so gut mir das erste gefallen hat, so langweilig fand ich das 2. Natürlich hat man die Figuren ins Herz geschlossen und möchte wissen, wie es weitergeht, aber es passiert NICHTS, ausser dass alle älter werden. Außerdem fand ich es irgendwie unrealistisch, dass quasi ALLE Figuren in den Büchern ihre erste große Liebe heiraten – mit ein paar Umwegen –  und auf ewig mit der dann zusammen sind. Langweilig.

Leseempfehlung für Band 1. Und wer wissen möchte, was mit Käthe ist (der Cliffhanger) kann mich gern anschreiben. Dafür lohnt sich der 2. Band nicht.

Auerhaus von Bov Bjerg

Kleine Geschichte (nur gut 150 Seiten) über eine Freundschaft von 2 Jungs auf dem Dorf, von denen einer depressiv ist und sich das Leben nehmen will. Nach einem erfolglosen Suizidversuch und Klinikaufenthalt ziehen die beiden mit noch ein paar anderen in ein altes Haus, um Frieder aus seinem Elternhaus rauszuhalten, das ihm nicht gut tut und auf ihn aufpassen zu können. Eine ähnlich lustige, wie traurige, wie intensive Geschichte ähnlich wie „tschick“ – hat mir gut gefallen. Leider geht es letztendlich nicht gut aus und Frieder nimmt sich Jahre später doch noch das Leben, trotzdem dicke Leseempfehlung.

Das perfekte Leben des Wiliam Sidis von Morten Brask

William Sidis hat es wirklich gegeben (1898-1944).

Ein Mann, der sich im Alter von 4 Jahren Latein und Griechisch selbst beigebracht hat und mit 6 schon 10 Sprachen beherrschte. Nach Schnelldurchlauf durch die Schule hat er bereits mit 11 Jahren begonnen in Harvard zu studieren. Vermutlich hatte er einen IQ von 250 – 300 und war ganz sicher todunglücklich. Von seiner überehrgeizigen Mutter in New Yorks besserer Gesellschaft als Wunderkind vorgeführt, hält sein Vater diese außergewöhnlichen Geistesleistungen aufgrund seiner strikten, von ihm als Psychologen speziell entwickelten  Erziehungsmethoden für vollkommen normal.

William selbst möchte eigentlich nur ein gewöhnlicher Junge sein. Als Erwachsener bricht er mit seinen Eltern und versucht ein unauffälliges Leben zu leben – was ihm nicht wirklich gelingt.

Fazit: sehr traurig. Trotzdem lesenswert.

Bis die Tage

Merle

1 Kommentar

  1. Danke für Deine Buchtipps, liebe Merle – immer gerne genommen. Ich halte es genau wie Du: im Urlaub und an Bord verwende ich meinen Kindle, aber daheim habe ich viel lieber ein Buch auf dem Schoß.

    Liebe Grüße, Martina ⛵️☀️

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