Perlen des Alltags: Das Ding mit der Dankbarkeit

Moin Welt.

Dankbarkeit ist in. Es gibt hunderte Ratgeber, einschlägige Magazine widmen ihre Titelstory Dankbarkeits- und Achtsamkeitsthemen, es gibt diverse Dankbarkeitsutensilien zu kaufen (Dankbarkeitskalender, -büchlein, -zettel) und hunderte von Blogartikeln zum Thema Dankbarkeit. Zeit, dass ich auch mal meinen Senf dazu gebe. Anregung dazu kam neulich aus den Insta-Stories, als eine recht bekannte Bloggerin von ihrem Ansatz erzählte, jeden Abend nicht nur 1 Dankbarkeitstagebuch zu füllen (für die schönen Momente des Tages), sondern sogar 2 (das andere für allgemeine Dankbarkeit), weil sie der Meinung sei, wenn man sich die schönen Dinge des Lebens – und seien sie auch noch klein – bewusst mache, sei nicht mehr so viel Platz im Leben für Frust und Unglück.

Und trotzdem fühle sie sich seltsam leer. Und das OBWOHL sie doch jeden Tag ihre Dankbarkeit trainiere!
Nun kam ihre Therapeutin ins Spiel, die ihr gesagt habe, dass das dann wohl nicht reiche. Man müsse auch für die schlechten Dinge im Leben dankbar sein. Und that’s the point, finde ich. Das hat mich so beschäftigt, dass ich das jetzt hier mal verarbeiten muss.

Ab jetzt kann ich nur noch für mich selbst sprechen. Und ICH will – verdammte Axt – NICHT für die blöden Dinge, die passieren, dankbar sein müssen. Dankbarkeit ist wichtig und auch ich versuche, mir kleine und auch große Dinge jeden Tage bewusst zu machen, weil ich glaube, dass Dankbarkeit etwas Positives bei mir auslöst. Beispiel, ganz banal: Ein Tag Dauerregen. Wie schön, ich muss den Garten nicht gießen! Aber wenn mir jetzt einreden müsste, wie toll, ich habe meine Geldbörse verloren, ich bin so dankbar dafür, weil…weil…äh…ich jetzt Ärger und Kosten habe, um alles neu zu besorgen???

Das hat für mich sowas von „andere Wange auch noch hinhalten“ – hau doch ruhig nochmal drauf, ich finds toll und sage auch noch Danke dafür.

Ich finde es wichtig, schlechte Dinge (die ja nun mal leider auch JEDEM von uns ab und an passieren) zu akzeptieren UND die Möglichkeit darin zu erkennen, etwas daraus zu lernen. Dass auch – und gerade – diese Ereignisse mich zu dem gemacht haben, der/die ich bin. Dass ich mich gestärkt daraus weiterentwickeln kann. Nur aus Fehlern kann man etwas lernen. Also: abhaken, drüber nachdenken und erkennen, was das jetzt mit mir gemacht hat. Manchmal Oft erkennt man das erst hinterher, aber die Hauptsache ist, DASS man es erkennt. Dafür kann man wegen mir gern dankbar sein, wenn man das geschafft hat. Übrigens habe ich auch meine kleinen Dankbarkeitsrituale *klick* und finde es total wichtig, sich den Blick für die Kleinigkeiten im Leben zu bewahren.

Ich glaube übrigens ganz fest, dass man unbewusst immer wieder diese Situationen sucht, wo man einen „Bedarf“ hat und dass man so oft immer wieder denselben Fehler machen wird, bis man daraus lernt. Beispiel? „Ich gerate immer wieder an die falschen Typen/Jobs/…“ . „Immer und immer habe ich denselben Streit mit meinen/m Eltern/Partner, obwohl ich mir so fest vorgenommen habe, diesmal nicht.“ „Ich werde immer ausgenutzt“.

Wie seht ihr das?

Bis die Tage

Merle

1 Kommentar

  1. Volle Zustimmung zu
    „Und ICH will – verdammte Axt – NICHT für die blöden Dinge, die passieren, dankbar sein müssen.“
    Wenn jemand Zeit hat abends ein Tagebuch mit mehreren Listen zu führen kann ich darüber nur den Kopf schütteln. Da setze ich mich doch besser vor eine Kerze und lasse den Mist des Tages per ommm oder ähnlichem in den Himmel ziehen.
    Dankbarkeit finde ich wichtig und ich finde jeden Tag den Moment oder die Augenblicke, die mich freuen, mich aus dem Trott holen, die Schultern wieder anheben, das Rückgrat aufrichten.
    Mein Leitspruch „Auch die dunkelste Wolke hat ihren Silberstreif“ ist mein treuer Begleiter.
    Viele Grüße,
    Karin

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