Moin Welt.

Machen wir uns nix vor. Die lieben Kleinen werden langsam groß und neben allgemeinen Themen des Allmählich-Erwachsenwerdens macht man sich so langsam langsam schonmal Gedanken für die Zeit „danach“. Sprich nach der Schule. Also so ganz danach. Nach dem Abschluss!

Aus dem „Ich will Astronaut/Rennfahrer/Dinosaurierforscher/Pirat“-Alter sind sie so langsam raus, aber was so richtig kommen soll, wissen sie auch noch nicht. Was ja auch vollkommen ok und nachvollziehbar ist. Ist ja schon noch ein paar Jahre hin. Was dabei nun helfen kann oder soll, ist das bei einigen Jugendlichen im Bekanntenkreis anstehende Praktikum. Wofür es genau sein soll, konnte keiner so richtig beantworten – für die Berufsorientierung erscheint es uns schon noch etwas früh mit 14 – was die nachfolgende Geschichte lebhaft illustriert…

Da Praktikumsplätze wohl allgemein sehr begehrt sind, wurde beim Sohn einer befreundeten Familie anfangs der 8. Klasse schon mit der Vorbereitung begonnen. Also Bewerbungsschreiben geübt etc. Das Praktikum an sich findet allerdings erst in der Mitte der 9. Klasse statt. Danach gefragt, was sich der Junge denn so vorstellen könne für sein erstes Hineinschnuppern ins Berufsleben, kam von ihm: „Ich geh ins Phantasialand und mach an den Achterbahnen die Bügel zu.“ A-ha…Der Zahn musste ihm aber leider – verständlicherweise, oder? – gezogen werden, da das Phantasialand nicht nur in einem anderen Bundesland ist (Wie willst Du da ca. 200 km jeden Morgen und nachmittag hin und wieder zurückkommen?), sondern man wohl kaum 14-jährige Schülerpraktikanten die Verantwortung überlässt, die Bügel von Fahrgeschichten zu sichern…

(Hintergrund war wohl, dass der Junge selbst gern Achterbahn fährt und sich irgendwie vorstellte, da selbst täglich 4-18 Runden für umme drehen zu können…) Nun, was denn Plan B sei?

„Im Nachbarort beim LaserTag.“ Ähh?

???

Was genau willst Du da machen? Ja, da wären doch immer so junge Menschen, die die Cola verkaufen würden und so. (Gesehen bei der Geburtstagsparty eines anderen Jungen…) Auch hier vermuteten wir, dass der Junge eigentlich am liebsten selbst 2 Wochen lang Lasertag spielen würde…

Als er dann nach einigen Gesprächen ungefähr nachvollziehen konnte, was ihn in einem Praktikum erwartet und was im allgemeinen von Schülerpraktikanten erwartet wird, hat er sich dann bei einer Chemiefirma beworben – ich drücke ihm die Daumen!

Natürlich haben wir über diese Geschichte sehr gelacht, aber ich finde, man merkt daran, wie wenig Ahnung die Jugendlichen von der Berufs- und Arbeitswelt haben und deswegen ist es eigentlich wirklich eine gute Sache, dass sie es dann mal für ein paar Wochen ausprobieren können. Ich erinnere mich noch ganz gut an mein Praktikum. Danach fand ich Schule nämlich gar nicht mehr so übel.

Naja, zumindest für eine Zeitlang.

Bis die Tage

Merle