Schlagwort: Heimat

Wie lebt es sich denn eigentlich in einem Devotionalien-Kabinett für Maritimes, Frau Masulzke?

Moin Welt.

Och. Eigentlich ganz gut!

Ich lebe seit fast 15 Jahren im Rhein-Main-Gebiet – trotzdem, oder gerade deshalb, werde ich niemals meine Liebe zum Norden verlieren. Ich mag die flache Landschaft, Nord- und Ostsee, ich liebe das klare Licht und den frischen Wind und ich schätze die weltoffene, tolerante und liberale Art der Norddeutschen, speziell der Hamburger. Insofern wird es hier immer mal wieder was über die schönste Stadt der Welt zu lesen geben.


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HeimweHH

Moin Welt,

schonwieder muss ich Euch mit meinem Hamburg-Fimmel Heimweh belästigen. Aber was soll man auch nach sovielen Jahren machen – es ist einfach die schönste Stadt der Welt…

Auf dem Blog von Alex, der erst seit kurzer Zeit aus Hamburg weg ist, habe ich einen Post gelesen über Dinge, die er an Hamburg vermisst – und man solle doch in die Kommentare schreiben, was man selbst so vermisst – das habe ich auch prompt getan, weil mir natürlich spontan diverse Dinge einfielen. Irgendwann habe ich dann gedacht, nee, das wird zuviel Stoff hier und Alex gefragt, ob ich die Idee übernehmen darf. Da er das ok fand, ist hier also meine Liste:

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St. Pauli Millerntorstadion inside

Auf der Rückreise von unserem Nordseeurlaub haben wir noch in Hamburg einen Stop eingelegt und sind von meiner Freundin Stefanie von in-der-nähe-bleiben eingeladen worden, eine Führung durch das Millerntorstadion zu machen. Unser sehr netter Guide Eva hat uns auf eine sehr kompetente und interessante Weise durch das ganze Stadion geführt – und typisch für den Fußballverein St. Pauli und hier speziell die Fans – sie macht das Ganze ehrenamtlich und mit ganz viel Herzblut. Sie hat jetzt nicht ausdrücklich erzählt, wielange sie schon St.-Pauli-Fan ist, aber man hatte so den Eindruck, schon ein ganzes Leben lang.

von Kopf bis Fuß auf St. Pauli eingestellt: Evas Ohrring

von Kopf bis Fuß auf St. Pauli eingestellt: Evas Ohrring

Wir durften die schönsten Logen besichtigen, in die Sprecherkabine, im Raum der Pressekonferenz mal ehrfürchtig ins Mikro pusten, sind natürlich unten am Rasen gewesen und in den Umkleidekabinen.

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Die Loge der Werbeagentur Jung v. Matt – in Form einer Kapelle eingerichtet

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Blickwinkel der Spieler, wenn sie einlaufen (Schild wird vorher entfernt ;o))

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Zwischendurch hat Eva immer wieder Döntjes (hamburgerisch für witzige kleine Geschichten) aus der Vereinsgeschichte zum Besten gegeben , z.B. das der Weg für die Mannschaften zu ihren Umkleidekabinen früher durch das Clubheim der Fans führte und die Gastmannschaften natürlich entsprechend von den Fans, die ggf. schon das eine oder andere Astra konsumiert hatten, begrüßt wurden (an dieser Stelle machte Sie die Geste von Bier in den Nacken kippen). Oder das das Klo (für die Mannschaften! )sich ebenfalls in diesem Clubheim befand.

Oder dass aus Platzmangel die Häuschen für die Fernsehkameras früher auf dem Dach der Heimtribüne standen und dass bei jedem Tor der St.-Paulianer nach der Melodie „Song 2“ von Blur die Fans derartig hüpften, dass es keine vernünftigen Fernsehbilder mehr gab, weil die gesamte Tribüne so wackelte.

Ganz unten am Rasen gab es eine Ecke mit Bänken und 3 Blumenkästen mit Geranien bepflanzt und Eva erzählte uns, dass dies die angestammten Sitzplätze der „Oldtras“ seien – einer Gruppe von ganz ganz langjährigen Fans älteren Semesters, die das neue Stadion ein „büschen ungemütlich“ fanden und an den Vorstand mit der Bitte um Verschönerung herantraten. Dieser genehmigte dann besagte Blumenkästen mit der einzigen Auflage, keine blau-weissen Blumen zu pflanzen ;o).

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Außerdem ist das Millerntorstadion wohl das einzige der Welt, dass einen Kindergarten in seinen Räumen beherbergt…Mit extra abgesperrten Balkon für die Lütten…

Peu à peu wurde das Stadion nun renoviert und umgebaut – man hat sich entschieden, immer nur soviel zu bauen, wie Geld da war – und nach dem Spiel am Dienstag wurde nun begonnen, das letzte Stück altes Millerntorstadion, die Nordtribüne, abgerissen und modernisiert.

Nach 1, 5 Stunden, in denen wir gestaunt und viel gelernt haben und die viel zu schnell vorbei waren, erzählte Eva noch vom Einsatz des Vereins für viva con agua ein und bat statt Trinkgeld um eine Spende – wie symphathisch!

Vielen Dank Steffi für den schönen Vormittag und an Eva für die tolle Führung!

Bis die Tage

die FrauMasulzke

Mehr Meer

Das Meer ist keine Landschaft – es ist das Erlebnis der Ewigkeit

(Thomas Mann)

IMG_1162 IMG_1190 IMG_1204 IMG_1212 IMG_1250 IMG_1251 IMG_1255Ausnahmsweise heute mal ohne viele Worte…

die ins Meer verliebte Frau Masulzke

Sylt my love

Am Strande

Vorüber die Flut

Noch braust es fern.

Wild Wasser und oben

Stern an Stern.

Wer sah es wohl,

o selig Land,

wie dich die Welle

überwand.

Noch braust es fern.

Der Nachtwind bringt

Erinnerung und eine Welle

verlief im Sand

Rainer Maria Rilke

Moin Euch allen.

Nun sitz ich doch wieder an der Kiste. Das liegt daran, dass es hier an der Nordsee GIESST wie aus Eimern. Aber da ich ja ein Küstenmädel bin und das Meer sowieso selten genug vor der Haustür habe, bin ich eben trotzdem los an den Strand – mit dem Ergebnis, daß ich nach 20 Minuten umkehren musste, weil ich bis auf die Unterwäsche naß war und die Flut irgendwie ziemlich hoch…Egal, ich genieße trotzdem jede Minute. Ich bin ja auch ein zwanghafter Muschelsucher und Steinefinder (kann man ja nie genug haben – ich seh schon das Augenrollen von Herrn M.). Das kann ich stun-den-lang machen. Immer mit dem Blick nach unten am Strand entlang, zwischendurch mal hochgucken und vor mich hingrinsen vor lauter Glück, am Meer zu sein.

Gestern, während der langen Autofahrt, habe ich die ganze Zeit darüber nachgedacht, warum ich es eigentlich im Norden so schön finde…Bis Hamburg habe ich fast die ganze Zeit geschlafen…Westerwald? Gähn. Kassel…Göttingen…Hannover…Roswithastadt Bad Gandersheim (warum heisst die eigentlich Roswithastadt???) – mir doch egal…

Und dann wird die Gegend langsam flacher…der Horizont rückt nach hinten und der Himmel wird weiter – und in gleichem Maße geht mir das Herz auf. Man sieht eine Menge Schafe

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und auf den Feldern keine Krähen mehr, sondern Möwen. Und dann weiß ich, gleich sehe ich das Meer – und jedesmal, wirklich jedesmal – hab ich richtig Herzklopfen, bis ich es wirklich sehe. Und dann kommt das Beste: aussteigen und TIEF einatmen, das Salz in der Luft riechen und sich vom Wind richtig die Frisur und die Seele durchpusten lassen.

Blick aus dem Autofenster hinaus (vom Autozug aus) auf das Meer

Blick aus dem Autofenster hinaus (vom Autozug aus) auf das Meer

Und dann das Meer. Diese Weite, diese WEITE!!! Und das Rauschen der Wellen. Das macht mich einfach glücklich. Mehr brauch ich gar nicht.

Ok, Fischbrötchen mit Brathering ab und zu sind auch nett ;o)

Bis die Tage

Frau Masulzke

Bücherliebe: Platt!

Jo miene Leeven…die liebe J., die es aus Ratzeburg hieher verschlagen hat, hat mir neulich dieses tolle Buch ausgeliehen, so von Nordlicht zu Nordlicht quasi…

20141004_130520Nämlich „Platt! – Wo und wie Plattdeutsch ist“ von Stefan Bargstedt.

Ich spreche selbst leider nur äußerst rudimentär platt, kann es aber verstehen und liebe es, wenn ich anderen beim platt schnacken zuhören kann…Heimat pur!

Der Autor beginnt mit den Sprachen dieser Welt, kommt über die verschieden Platt-arten, Heimat auf der Zunge (sach ich doch) über Geschichte, Politik, Kultur (besonders nett der Ausflug ins Platt für Astronauten, als da wären z.B.

Ruum-Tied-Gerangel (Störung im Raum-Zeit-Kontinuum)

Bannich Lichtstrohlflink (Überlichtgeschwindigkeit)

All’ns klor ton Ballern (Feuer frei)

Das ganze immer kurzweilig und lustig geschrieben und vor allem mit tollen Grafiken, liebevoll und witzig bebildert und mit ausgesuchter Typografie.

das ist bekannt, oder?

das ist bekannt, oder?

Wenn jemand noch nicht weiss, was er mir zu Weihnachten schenken soll, über dieses Buch würde ich mich sehr freuen – ich muss es die Tage nämlich zurückgeben ;o)

Macht´s Euch nett, viele Grüße

Frau Masulzke

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